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Die Zeit
ist zweifellos die allgegenwärtige Größe, nicht nur in der Bauphysik. Keine
Geschwindigkeit ohne Zeit, denn eine Reisegeschwindigkeit ist der in einer Zeiteinheit
zurückgelegte Weg. Beispiel: Sie fahren die 50 km von A nach B in einer halben Stunde,
das entspricht einem Durchschnitt von 100 km/h.
In der Haustechnik haben wir z.B. noch die Fliessgeschwindigkeit, das heißt: wie viel
Liter Wasser fließen in der Minute durch das installierte Rohr. Ein Beispiel für
praktische Auswirkungen ist ein Rohrbruch: je höher die Fliessgeschwindigkeit und je
länger die Zeit, bis Sie die Bescherung merken, um so mehr Wasser ist ausgelaufen.
Die Zeit spielt aber auch eine wichtige Rolle, wenn es um heizen und lüften geht. Das
sind solche Fragen: wie lange muss ich lüften und wie oft (Stosslüftung)? oder: Wie
lange dauert es, bis ich die Wohnung (wieder) warm habe?
Ich behaupte mal ganz kühn: es gibt eigentlich kaum einen physikalischen Prozess, bei
dem der Faktor Zeit keine Rolle spielt. In der praktischen Anwendung jedoch ist schon eine
gewisse Ignoranz festzustellen, insbesondere wenn es um Wärmedämmung geht.
Die qualitative Beurteilung einer Konstruktion nach DIN bzw. EnEV zielt hauptsächlich
auf den u-Wert ab. Der aber hat mit der Zeit
nicht viel zu tun. Wie schnell ein Wärmestrom durch Stoffe fließt oder wie lange ein
Aufwärm- oder Auskühlprozess stattfindet, wird nicht komplex betrachtet. Denn das Modell
sieht einen stationären Zustand vor.
Angesichts von praktisch häufig auftretenden Temperaturschwankungen ist das ein großes
Manko, folglich eine einseitige Betrachtung. Denn in Verbindung mit Stoffkenngrößen sind
Speichervorgänge zu betrachten, die viel langsamer ablaufen, als die täglichen
Temperaturänderungen.
Spätestens seit Einstein wissen wir, dass die Zeit auch eine relative Größe ist.
Beispiel Z1: Ein Gebäude kann hundert Jahre alt sein und älter, ohne
abbruchreif geworden zu sein. Viele Fassaden mit WDVS sind bereits nach 2-5 Jahren
erneuerungsbedürftig.
Beispiel Z2: Früher oder später bekommt jede Abdichtung ihre
Schwachstelle, erfolgt keine Instandhaltung oder Instandsetzung innerhalb der
durchschnittlichen Zyklen, verliert jedes Bauteil früher oder später seine Funktion.
Versagt die Abdichtung, nimmt das Gebäude, beginnend mit den Fundamenten und
weiterführend mit den Wänden des EG, Feuchte auf. Früher wurde noch wahrhaft massiv
gebaut, Wandstärken im EG von 0,5 - 1,0 m sind da keine Seltenheit. Entsprechend viel
Feuchte kann da das Mauerwerk aufnehmen. Wenn man es dann für nötig erachtet, Maßnahmen
zur Feuchtesanierung und Bauaustrocknung einzuleiten, darf man nicht erwarten, innerhalb
von Wochen oder Monaten herauszuzaubern, was über viele Jahre - langsam aber sicher -
hineingelangen konnte. Wichtig: eine so genannte "Mauertrockenlegung" ohne
begleitende ausreichende Austrocknungsmöglichkeit (dazu benötigt man Flächen und
Gefälle!) sperrt die Feuchte nur ein! Hierbei ist es
wichtig zu unterscheiden, ob man etwas erläutert oder aufgeschwatzt bekommt.
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Der Weg / die Länge
ist eine so simple Sache, dass deren Erklärung schwieriger ist als die Sache selbst.
Die Verbindung mit der Zeit ist oben schon erklärt: aus
der Relation Weg und Zeit ergibt sich die Geschwindigkeit. Im Bauwesen an sich spielt der
Weg als Länge eine herausragende Bedeutung. "Schon dreimal abgeschnitten, und immer
noch zu kurz" verdeutlicht uns sehr anschaulich die Bedeutung des Planens, Messens
und Ausführens nach Längeneinheiten wie m, cm und mm.
Ob es sich um Geschosshöhen handelt, Spannweiten von Fensterstürzen oder Decken, die
Abmessungen von Fenstern oder einfach um die Dicke von Wänden - wir haben es immerzu mit
dieser Größe zu tun, auch wenn es unterschiedliche Bezeichnungen gibt: Weg, Strecke,
Entfernung, Länge, Breite, Höhe, Dicke, Stärke, Mächtigkeit. Es geht letztendlich
immer um einen Weg von A nach B, der - egal in welcher räumlichen Lage auch immer -
geradlinig und eindimensional betrachtet wird.
Es gibt aber auch Situationen, da muss man den Weg zweidimensional bzw. sogar
dreidimensional betrachten. Eindimensional = Strecke (x), zweidimensional = Fläche
(x; y), dreidimensional = Kubus / Volumen / Rauminhalt (x; y; z). Das
trifft für die Betrachtung von Wandausschnitten mit den Abmessungen 1 m x 1m zu, die
bezogene Fläche ist dann 1 m2 (qm). Für die Betrachtung
von Stoffkenngrößen, z.B. der Dichte, ist der m3 (cbm) unverzichtbar.
In der Bauphysik wird die Dicke mit s (oder mit d) bezeichnet und in m angegeben.
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Die Temperatur
kennen wir unter den Begriffen heiß und kalt usw. Aber was bedeutet Temperatur
physikalisch? Wie wir alle wissen, bestehen Stoffe aus Molekülen und die wiederum aus
Atomen. Nimmt man ein "Atommikroskop" und sieht sich die Atome einer Eisenstange
an, stellt man fest, dass die ständig in Bewegung sind. Diese Schwingungen der Atome sind
aber nun wieder so klein, dass man sich das gar nicht mehr vorstellen kann.
Jedoch ist dieses Maß der Schwingung eine Größe für den Energiezustand: je höher
die Temperatur, desto schneller die Schwingungen. Dann müssten die aber auch mal
aufhören? Ja, das ist so, nämlich wenn der "absolute Nullpunkt" erreicht ist.
Das sind ca. -276 °C im All. Kälter geht es nicht. Dann hören die Atome auf zu
schwingen.
Um mal eine Relation zu sehen: in der Reiseflughöhe eines Jets sind es draußen um die
-40 °C, unter 0 °C gefriert das Wasser, 40 °C heißes Wasser empfindet man schon als
heiß, ein Feuer entwickelt 900 - 1200 °C und die Sonne hat auf der Oberfläche 1000 -
3000 °C und im Innern einige Millionen °C.
Was sagt uns die Alltagserfahrung?: bei Kälte geht alles etwas langsamer, geradezu
zäh. Selbst Öle werden dickflüssig und ein guter Schnaps ist wie Öl, wenn er aus dem
Tief-Kühler bei -25 °C kommt. Wasser macht sich bei ca. 100 °C "dünne", es
verschwindet in Form von Wasserdampf.
Das ist alles eine Frage der Temperatur, also eine Frage des Energiezustandes. Die bei
uns gebräuchliche Maßeinheit ist das °C, aber Sie kennen auch andere Gradskalen:
Reaumur (°R), Fahrenheit (°F). Die für bauphysikalische Betrachtungen wichtige Größe
ist die Temperaturdifferenz, welche man in K (Kelvin) angibt. 12 °C - 10 °C = 2 °C = 2
K.
Beispiel T1: Höhere Temperatur bedeutet höheres Energieniveau
bedeutet stärkeres Schwingen der Moleküle bedeutet größeren Platzbedarf. Jeder weiß:
bei Temperatur dehnen sich Stoffe aus und bei Kälte ziehen sie sich zusammen. Flüssige
und gasförmige Stoffe ändern dabei ihre Dichte. Feste Stoffe und Körper weisen hingegen
temperaturbedingte Längenänderungen auf, ohne ihre Dichte spürbar zu verändern.
Sie verformen sich oder "machen sich lang". Wer das nicht beachtet, kann sich
z.B. über hochgewölbte Attikableche freuen, wenn die Dehnungsausgleicher vergessen
wurden.
Aktualisierung zu T1: Bei T1 steht: bei Festkörpern ändert sich bei
Erwärmung nicht die Dichte, sondern nur die lineare Ausdehnung. Das ist falsch. Die
lineare Ausdehnung ändert sich in allen 3 Raumrichtungen, deswegen ist die
Volumenausdehnung ca. das 3-fache der linearen Ausdehnung. Da die Masse konstant bleibt,
verringert sich natürlich die Dichte entsprechend der Volumenausdehnung. 18.03.2002,
J. E.
In der praktischen Bedeutung werden Sie dennoch eher mit Problemen der Längenausdehnung
bei Hitzeeinwirkung zu tun haben, weil die Ausdehnung genau in der Dimension (räumlichen
Richtung) zum Problem wird, wo das sich ausdehnende Bauteil gegen einen Festpunkt stößt
(ein anderes Bauteil, das die Ausdehnung behindert).
Beispiel T2: Der Eiffelturm z.B. wird im Sommer 15 cm höher und die
stählerne Eisenbahnbrücke über den Forth gar 1 m. Dass sich Eisen gern bei
Hitzeeinwirkung streckt, wusste man schon vor vielen Jahren. Beim Eisenbahnbau hat man da
eben ein Stück zwischen den Schienen freigelassen, damit es zu keinen Verwerfungen kam.
Ein Vergleich des Geräusches und der Ursachen und Wirkungen beim Befahren älterer
Autobahnabschnitte, wo noch Platten mit Fugen anzutreffen sind, ist nicht ganz fehl am
Platze.
Beispiel T3: Auch Wasser verändert seine Dichte, egal ob es sich im
flüssigen oder im gasförmigen Zustand befindet. Wird es richtig kalt, geht es sogar in
den festen Zustand über. Hier gilt es aber eine kleine, jedoch nicht unwesentliche
Eigenheit zu beachten. Bevor gefrorenes Wasser sich als Eis bei zunehmender Kälte
zusammenzieht, dehnt es sich erst mal aus. Diese Erscheinung liegt im Temperaturbereich
zwischen 0 °C und -3 °C. Das bedeutet z.B. bei der Dachabdichtung: überall dort, wo
Wasser nicht abläuft und wo es sich beim gefrieren nicht frei ausdehnen kann, wird es
Zerstörungen durch Keilwirkung oder Absprengen herbeiführen. Für Wasserrohre bedeutet
das: sie platzen, weil das Wasser so eine Kraft aufbringt, dass die Metallwand aufreißt.
Noch eine Erklärung zur Wärmeausdehnung:
Die weitaus meisten, also nicht alle, Stoffe dehnen sich mit steigender Temperatur aus.
Der lineare Ausdehnungskoeffizient a ist aber in Wirklichkeit
keine Konstante, sondern er hängt selbst von der Temperatur ab. Die Längenausdehnung
lässt sich nur für Festkörper tatsächlich nutzen (z.B. Bimetall), obwohl sich auch ein
Festkörper dreidimensional ausdehnt. Diese Größe heißt Volumenausdehnungskoeffizient g. Er ist für Festkörper ungefähr 3 a.
Beispiel Wa1: Thermische Längenausdehnungskoeffizienten a einiger Materialien (bei Zimmertemperatur in 10-6
K-1): Aluminium: 25,5 | Eis: 0,5 | PVC: 150 - 200 |
Silber: 18,8
Der Volumenausdehnungskoeffizient g von Wasser beträgt bei
Zimmertemperatur20,7 * 10-5 K-1.
Beachte: Temperatur = Wärme ? Lösung = Nein.
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Die Dichte
ist das Verhältnis aus Gewicht zu Volumen. Bei der Rohdichte wird ein homogener Stoff
betrachtet. Wasser hat eine Dichte von 1, das sind 1.000 kg bzw. 1 t pro 1 m3. Holz kommt
auf 600 - 800 kg/m3, ist somit leichter als Wasser und deshalb schwimmt es auch. Beton
bringt es auf ca. 2.400 kg/m3 und Stahl hat um die 7.000 kg/m3. Mineralische Dämmstoffe
beginnen bei 5 und sie bringen es auf Werte von max. 500 kg/m3.
Die Dichte von gasförmigen und flüssigen Stoffen hat auch was mit der
Temperatur zu tun. Wenn die Moleküle mit zunehmender
Temperatur stärker schwingen, brauchen sie auch mehr Platz dafür. Der Stoff dehnt sich
aus und weil sich dabei bei gleicher Masse mehr Volumen ergibt, nimmt die Dichte ab.
Beispiel D1: In einem Fesselballon zu fliegen, ist ne tolle
Sache.
Physikalisch gesehen, ist es eine simple Erscheinung: mittels der Brennerflamme wird
Heißluft erzeugt, die im Gewebe des Ballons gefangen wird. Deren Dichte ist geringer als
die der Umgebungsluft, deshalb steigt der Ballon auf. Die entstehende Auftriebskraft hat
was mit der Dichtedifferenz zu tun. Runterkommen ist ganz einfach: Flamme aus, Luft kühlt
ab, deren Dichte nimmt zu, somit wird die Luft schwerer, der Ballon sinkt nach unten. Dass
man mit dem Heißluftballon einen Vulkankrater überfliegt, ist nur in einer alten
Jules-Verne-Verfilmung möglich. Auch wenn der Vulkan inaktiv ist, steigt heiße Luft auf.
Kommt man dort mit dem Ballon hinein, wäre die Heißluft im Ballon vergleichsweise kalt -
man würde unweigerlich in den Krater hinabsinken.
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Die Konzentration
sagt uns, wie viel Einheiten eines Stoffes in einem anderen enthalten sind. Das können
Salzionen im Wasser sein, aber auch Wasserdampf in der Luft. Das ist übrigens ein häufig
behandeltes Thema, weil es hier um Diffusion,
Kondensation (Tauwasserbildung)
und richtiges Lüften geht. Die Begriffe
relative Luftfeuchte und Sättigungsdampfgehalt
haben auch etwas mit Konzentration zu tun.
In der Bauphysik muss man darauf achten, die Masse- und die Volumenkonzentration
auseinander zu halten (Sie erkennen es an den Einheiten M% und V%). Die Formel hierfür
ist nicht so kompliziert:
uv = um * r
/ 1.000 und umgekehrt: um = uv *
1.000 / r
Dabei bedeuten r (rho) die Rohdichte [kg/m3], u
ist der Feuchtegehalt [%] mit Fußnote m massebezogen und mit Fußnote v volumenbezogen.
Beispiel K1: Die bekanntesten Kenngrößen für Konzentration bei
Flüssigkeiten liefert uns die Getränkeindustrie: Bier hat um die 5%, Wein 10-13%,
Liköre 25-32%, Cognac bereits um die 40% und wer schon mal im Österreichurlaub Strohrum
ausprobiert hat, weiß die Unterschiede von 60% und höher zu schätzen. Gemeint ist immer
die Alkoholkonzentration. Man hat mit 2 Flaschen Rotwein so viel Alkohol aufgenommen wie
mit 6 Flaschen Bier zu 0,5 l (1,5 l x 10% = 3,0 l x 5% = 150 ml). Das ist relativ wenig,
werden Sie im Auto aber vom Schutzmann angehalten ist das relativ viel.
Beispiel K2: 5 cbm Porenbeton wurden achtlos auf die blanke Erde
gestapelt und abgedeckt hat die auch keiner - wie jeder andere Stoff auch, saugen sich die
Steine voll. Dieser Porenbeton hat eine Rohdichte von 400 kg/m3.
Nehmen wir an, die Porenbetonsteine haben 500 l Wasser aufgenommen, dann sind das 500 l
auf 5 cbm, also 10 % volumenbezogen. Massebezogen sind es 10 % * 1.000 / 400 =
25 %, hätte der Porenbeton eine Rohdichte von 600 kg/m3 betrüge
der volumenbezogene Feuchtegehalt 16,7 %.
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Das Gefälle
gibt es nicht nur auf Strassen und Wegen. Ein lustiges Beispiel ist, wenn der Architekt
eine Tiefgarageneinfahrt geplant hat und beim Gefälleknick nicht aufgepasst hat. Das
bedeutet, dass Herr Meckermann mit seinem BMW Z3 prompt aufsetzt und sich an seinem
schönen Auto wertvolle Teile abhobelt (also eine Haftungsfrage, nur mal so am Rande).
Es geht um den Unterschied von zwei Höhen, je kürzer die bezogene Strecke ist oder je
größer der Höhenunterschied auf ein und derselben Strecke, um so größer ist das
Gefälle. Gemessen wird es in Meter je Meter bzw. cm je Meter, wodurch man gleich auf %
kommt.
Was es sonst noch für Gefälle gibt:
- Druckgefälle
- Temperaturgefälle
- Konzentrationsgefälle
- Spannungsgefälle, elektrisch
- Spannungsgefälle, elektro-chemisch
Das betrifft zwar immer unterschiedliche Größen und Erscheinungen, jedoch haben alle
eines gemeinsam: ein Ausgleich erfolgt immer vom höheren zum niederen Niveau, so sicher
wie Wasser immer bergab fließt. Das bedeutet, Sie können im Winter nicht das Fenster
aufmachen und "das eine Grad von draußen reinlassen".
Beispiel G1: Im Sommer können hinsichtlich Temperatur- und
Konzentrationsgefälle (Luftfeuchtigkeit) so ungünstige Verhältnisse auftreten, dass man
mit einer vermeintlichen Bauaustrocknung mehr Schaden anrichtet. Wenn Sie alle
Fensteröffnungen geöffnet halten, ist es im Bauwerk, zumeist im KG, kälter und
lufttrockner als in der Umgebung(sluft). Die Folge: warme und feuchte Luft dringt ins
Gebäudeinnere, wo sie kondensiert. Dadurch erfolgt ein Eintrag zusätzlicher Feuchte
anstatt einer Trocknung.
Beispiel G2: Gefälle lassen sich künstlich erzeugen. So funktioniert
eine Blower-Door-Messung, indem ein definiertes Druckgefälle aufgebaut, gemessen und
ausgewertet wird. Dieses Gefälle baut man nach oben und nach unten auf (Über- und
Unterdruck) und je nach ein- oder ausströmender Luft wird der Dichtheitsgrad von
Gebäuden bestimmt.
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Das Kapillarverhalten / die Kapillarwirkung
ist eine Stoffeigenschaft, die das Vermögen beschreibt, innerhalb dieses Stoffes
Wasser zu transportieren. Dieser Transport erfolgt in Poren (z.B. nennt man die Hohlräume
zwischen den Steinchen von Sand oder Kies oder Beton Haufwerksporen) oder in anderen
Kapillargefässen, die sich aus der Stoffstruktur ergeben.
Hier sind wir natürlich im mikroskopischen Bereich und es gehört etwas
Vorstellungsvermögen dazu. Die Kapillargefässe ziehen sich wie ein Geflecht feiner
Äderchen durch das Stoffgefüge. Der Wassertransport erfolgt durch Oberflächenspannungen
innerhalb dieser Äderchen oder Röhrchen. Und: er kann entgegen der Schwerkraft erfolgen.
Eine Erklärung für die Kapillarwirkung ist die Adhäsion (das ist die Anziehungskraft
zwischen den Molekülen zweier unterschiedlicher Körper bzw. Stoffe). Und man muss noch
die Oberflächenspannung berücksichtigen. Die hat nun wieder was mit Kohäsion zu tun
(das ist die Anziehungskraft zwischen den Molekülen ein und desselben Körpers bzw.
Stoffes).
Beispiel Ofl1: der energetisch niedrigste Zustand für eine
Flüssigkeit ist der mit der kleinsten Oberfläche. Deshalb versucht freies Wasser, die
Kugelform anzunehmen - es wirkt aber noch die Erdanziehungskraft, so dass die Tropfenform
zustande kommt.
Beispiel Ka1: Man verschütte etwas Kaffe (oder Tee) auf der
Untertasse oder auf dem Tisch. Dann nehme man sich ein Stück Würfelzucker aus der Dose
und lege es in die Kaffeepfütze. Was passiert? Der Kaffe wird "aufgesaugt" und
er steigt innerhalb des Zuckerstückes nach oben. Warum? Die Zuckerkristalle wurden in
eine Würfelform gepresst und je nach der Dichte entsteht
ein Kapillarsystem, sozusagen die Röhrchen zwischen den Zuckerkristallen. Je nach Dichte
des Würfelzuckers sind diese Kapillarröhrchen "größer" oder
"kleiner", entsprechend unterschiedlich hoch steigt der Kaffee.
Beispiel Ka2: Man nehme sich verschieden starke Röhrchen, z.B.
Trinkröhrchen. Sie sollten halbwegs durchsichtig sein, damit erkennen kann, was sich
darinnen abspielt. Nun stelle man diese Röhrchen ins Wasser. Was ist zu beobachten? In
den dünnsten Röhrchen steigt das Wasser am höchsten. Natürlich gibt es auch
natürliche Grenzen: ist das Röhrchen zu dünn oder zu groß, ist keine Kapillarwirkung
festzustellen. Die Erklärung hierfür steht unten in der Ergänzung..
Beispiel Ka3: Familie Sparsam baut ein Häuschen und dabei soll auf
einen Keller verzichtet werden. Also wird eine Bodenplatte errichtet. Die ist aus Beton
und jeder weiß, dass die Platte aus Beton früher oder später nass ist, wenn man nichts
dagegen unternimmt. Also baut man eine Abdichtung darunter. Die soll "für die
Ewigkeit" halten, denn erfahrungsgemäß ist es aufwendig, unter eine Bodenplatte
eine neue Abdichtung zu bringen. Deshalb muss man das Aufsteigen von Wasser im Sandboden
unterhalb der Platte unterbinden. Das macht man, indem man eine kapillarbrechende Schicht
einbaut. Das ist Kies und/oder Schotter mit einer so großen Körnung (Größe und Form
der Steine), das die Hohlräume dazwischen so große Abstände entstehen lassen, dass das
Wasser gar nicht erst aufsteigen kann.
Diese Beispiele sollen genügen, um die Erscheinung der Kapillarwirkung zu erklären.
Jetzt wird auch klar, warum der Ziegelstapel auf der Baustelle nass ist, obwohl er gegen
Regen abgedeckt wurde und auch, warum das Sockelmauerwerk nass wird, wenn man die untere
Abdichtungslage vergisst oder falsch ausführt. Nun wissen wir, wie das Wasser in Stoffe
oder Bauteile hineinkommt.
Aber: kommt es auch wieder raus? Jain. Im Prinzip schon, aber bedeutend schwerer. Der
Stoff, der das Wasser aufgesaugt hat, will es nicht hergeben. Er hält es in seinen
Kapillaren fest. Das ist wie eine Falle: rein geht´ s schnell, raus langsam oder gar nicht.
Raus kann das Wasser nur, wenn ein Abtrocknen stattfindet.
Was bedeutet das? Abtrocknen bedeutet, dass die Luft der Umgebung das Wasser aufnehmen
kann. Die Voraussetzung dafür ist ein Gefälle:
Temperatur und Feuchte der Luft müssen geeignet sein,
das Wasser aufzunehmen. Es muss ein Gefälle bestehen,
welches die Feuchte zwingt, sich nach außen zu bewegen.
Beispiel Ka4: Jeder kennt das: es hat ewig nicht geregnet, der Boden
ist ausgetrocknet. Endlich ziehen ein paar Wolken auf, jedoch entwickelt sich ein
regelrechter Wolkenbruch. Macht nix, könnte man sagen, die Erde ist ja ausgetrocknet
genug, die nimmt alles auf. Denkste, der Boden ist so knochenhart ausgetrocknet, dass er
nicht mehr benetzungsfähig ist. Das heißt, er nimmt das Wasser gar nicht an, so dass es
sich auf der Oberfläche sammelt. Also ist eine gewisse Grundfeuchte vonnöten, um eine
ordentliche Benetzung zu gewährleisten. Auch das
hat was mit Stoffverhalten im mikroskopischen Bereich zu tun.
Ergänzung hierzu: Die Kapillarität ist das Verhalten von
Flüssigkeiten in engen Röhren und es kommt darauf an, ob beim Kontakt Energie frei wird
oder nicht (Adhäsion). Um die Steighöhe in der Kapillare zu berechnen, muss man das
Gleichgewicht zwischen Oberflächenspannung und Schwerkraft auflösen. Der Rand, an dem
die Oberflächenkraft angreift, ist der Innen-Umfang des Röhrchens. Man erhält 2 p r * s = r
* r2p * h *
g. Stellt man die Gleichung nach h um, erkennt man, dass die Steighöhe umgekehrt
proportional zum Radius r ist.
Wird bei dem Kontakt der Flüssigkeit mit den Kapillaren Energie frei (Adhäsion),
handelt es sich um eine benetzende Flüssigkeit. Von einer vollständigen Benetzung spricht
man, wenn sich der Körper über die Eintauchgrenze hinaus mit einer dünnen Schicht der
Flüssigkeit auch gegen die Schwerkraft überzieht. Steigt die Flüssigkeit in der
Kapillare, macht sie nichts anderes, als dem Prinzip der Oberflächenspannung zu folgen.
06.04.2002, DIMaGB
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Die Diffusion
ist das Durchdringen gasförmiger Stoffe durch feste Stoffe. Wie dem Wasser stehen den
Gasmolekülen auch nur die zuvor beschriebenen Zwischenräume zur Verfügung. Allerdings
ist die Wirkungsweise eine andere und nicht unbedingt mit der Kapillarwirkung zu
vergleichen.
Haben wir es bei der Kapillarwirkung mit der
Bewegung von Wasser innerhalb anderer Stoffe zu tun und geht es dabei um einen weitgehend
"zusammenhängenden" Stoff (die Wassermoleküle "kleben" aneinander),
geht es bei der Diffusion um Gase. Gase sind zwar auch nur Moleküle, aber die sind
kleiner als Wassermoleküle und außerdem hängen die nicht so zusammen.
Deshalb kann Gas durch noch viel kleinere Öffnungen kommen, wo sich die
Wassermoleküle nicht mehr durchquetschen können. Die Luft ist ein solches Gas, aber auch
das Wasser, sofern es als Wasserdampf gasförmig geworden ist.
Beispiel Df1: Wir stellen uns eine Hauswand vor, gemauert mit
Mauerziegeln, 36,5 cm dick. Gemauert wurde mit Kalkzementmörtel und es wurden
regelgerechte Fugen 10/12 mm ausgeführt. Es handelt sich also, trotz der Mischung von
Ziegeln und Mörtel (immerhin ist beides mineralisch), um ein homogenes Bauteil. Von innen
dringt Feuchte ein in Form von Wasserdampf. Nicht viel, aber immerhin findet ein Transport
durch die Wand nach außen statt. Das ist kein Problem, weil innen und außen mit
Kalkmörtel geputzt wurde und die aufgebrachten Farben bilden keinen Film. Auch durch
diese Putzschichten gelangt der Wasserdampf ohne Probleme. Irgendwann lässt der
Hauseigentümer die Fassade mit einer diffusionsoffenen Farbe streichen. Die Gasmoleküle
der Luft kommen da durch, auch die Gasmoleküle des Wasserdampfes. Jetzt kommt ein
Riesenproblem: aufgrund der Temperaturverhältnisse hat sich kurz vor der Fassadenfarbe
Tauwasser gebildet. Das hat jetzt nichts mehr mit Diffusion zu tun, sondern mit
Kapillarwirkung. Aber: die Fassadenfarbe ist nur diffusionsfähig, ein kapillares
Ableitvermögen hat sie nicht. Sie hält das Kapillarwasser gefangen, weil die Membran der
Farbschicht nicht benetzungsfähig ist, bis dieses
sich wieder in Wasserdampf umwandelt, der durch kommt. Aber: was für ideale Bedingungen
müssten das sein, dass sich daraus Wasserdampf bildet? Die Folge ist, dass sich trotzt
der Diffusionsoffenheit der Farbe Wasser ansammelt und früher oder später zu
Absprengungen an der Fassade führt (Risse, Fladen, Putzabplatzungen, Hohlstellen, der
"Pellkartoffeleffekt").
Beispiel Df2: Dicht muss nicht gleich dicht sein. Jeder weiß, dass
man mit Bitumenpappen z.B. eine Flachdachabdichtung herstellen kann. Klar, die soll
verhindern, dass Regenwasser in das Gebäude eindringt. Eine Unterspannbahn (zwischen
Sparren und Lattung unter den Ziegeln angeordnet) soll Wind abhalten und sie stellt eine
zusätzliche Sicherung gegen Wasser dar. Beide haben gemeinsam, dass sie kein Wasser von
oben nach unten durchlassen. Aber wussten Sie auch, dass beide Wasser von unten nach oben
durchlassen? Die abdichtende Wirkung gegen Wasser betrifft nur den flüssigen Zustand, ist
Wasser gasförmig, kommt es sogar bei einer Bitumen- oder bei einer Kunststoffbahn durch!
Wer das nicht beachtet und für eine nicht hinterlüftete Flachdachkonstruktion (von oben
nach unten: Bitumenbahnen, Dachschalung, Luftraum, Mineralwolle, Dampfsperre,
Gipskartonplatten) zwar eine Wärmedämmberechnung, aber keine Dampfdiffusionsberechnung
nach DIN 4108 T. 5 anstellt, braucht sich nicht wundern, wenn Wasser im Bauteil verbleibt.
Nimmt man aber eine EPDM-Abdichtungsbahn statt der bituminösen Abdichtung, kann das
diffusionsoffen genug sein, dass die Tauwasserbildung unterbleibt.
Dieses Maß, das den Unterscheid ausmacht, ist die Diffusionswiderstandszahl m, ebenfalls ein wärmetechnischer Kennwert nach DIN 4108 T.4. Der
Rechenwert der Diffusionswiderstandszahl mR
wird ohne Einheit angegeben. Je nach Produkt (die genauen Daten hat der Hersteller mit den
"Technischen Blättern" anzugeben) weiß man dann, womit man zu rechnen hat:
Mineralwolle: 1, Polystyrol 20 -100, Normalbeton 70 -150, PVC-Folie bis 50.000,
Bitumendachbahn bis 80.000. Aluminium-Folie mit d > 0,05 mm ist praktisch
dampfdicht. Auch bei PE-Folien gibt es Unterschiede, man muss zwischen Dampfsperre und
Dampfbremse unterscheiden.
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Die Wärmemenge
Die Wärmeleistung wird in W (Watt) gemessen (1.000 Watt = 1 Kilowatt = 1 kW). Der Name
der Einheit kommt vom Engländer James Watt, also aus Zeiten der ersten Dampfmaschinen.
Ihre Entsprechung findet sie in den physikalischen Größen Arbeit und Leistung.
Bei der Wärmemenge - am häufigsten angegeben in kWh - geht es ganz banal um die
Frage: wie viel Energie muss ich aufwenden, um z.B. 10 l Wasser von 16 °C auf 100 °C
aufzuheizen? Anders gesagt: wie viel Energie muss ich in einen gewissen Stoff
"hineinpumpen", um ihn auf ein höheres Energieniveau zubringen? Oder anders
rum: wie viel Energie gibt eine gewisse Menge eines Stoffes ab, wenn er am auskühlen ist?
Die Wärmemenge Q ist ein Maß für die in einem Körper enthaltene Wärme (Energie),
ihre Einheit ist das Joule (J). Um ein Liter Wasser von 14,5 °C auf 15,5 °C zu
erwärmen, muss man 4.186,8 J einsetzen.
Diese Fragen werden noch mal interessant, wenn es um
Dämmung und Speichervermögen
geht.
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Die Wärmeleitung
ist an Stoffe gebunden. Sie beschreibt eine Form des Energietransportes. Lassen Sie uns
den wesentlichen Vergleich rekapitulieren: Temperatur kennzeichnet den Energiezustand (wie
stark schwingen die Moleküle des betrachteten Stoffes?) und Wärme ist etwas mehr als
Temperatur, weil hier weitere Kenngrößen einfließen, siehe oben bei Wärmemenge.
Wärmeleitung ist die direkte Wärmeleitung in einem Stoff bzw. Körper. Sie kommt
durch die Molekülstöße zustande, ohne dass ein Materialtransport stattfindet (was
jedoch bei der Konvektion der Fall ist).
Während die Wärmeleitzahl die Stärke des Wärmestroms bei einem vorgegebenen
Temperaturunterschied beschreibt, charakterisiert die Temperaturleitzahl die
Geschwindigkeit, mit der sich die Temperaturänderung in einem Körper ausbreitet.
Der Wärmetransport tritt fast immer in der Einheit von Wärmeleitung, Konvektion und
Strahlung auf. Man kann sagen, diese 3 Formen des Wärmetransportes sind untrennbar
miteinander verbunden und sie treten (fast) immer gleichzeitig auf. Sobald man anfängt,
eins davon auszuklammern, entfernt man sich mit seiner modellhaften Betrachtung von der
Realität.
Wärmestrahlung wird heutzutage leider zu oft unter den Tisch gekehrt, sie wird weiter
unten erklärt: Die Strahlungswärme / Wärmestrahlung.
Sir Isaac Newton hat als "Abkühlungsgesetz" formuliert: jeder Körper kühlt in
einer kälteren Umgebung ab. Umgekehrt erwärmt er sich, wenn ihm aus der Umgebung mehr
Energie zugestrahlt wird, als er selbst abstrahlt.
Beispiel Wl1: Nehmen wir eine simple Sache, den Kachelofen. Im Inneren
erzeugt der Verbrennungsvorgang Wärme. Die wird von den Schamottesteinen aufgenommen und
infolge Wärmeleitung bis an die Oberflächen der Kacheln transportiert. Hier erfolgt
jetzt eine Abgabe an die Umgebung: kühlere Luft erwärmt sich an der heißeren
Kachelfläche und sie steigt nach oben. Wichtiger ist jedoch die abgegebne Wärme in Form
der Strahlungswärme / Wärmestrahlung. Die breitet sich gleichmäßig in alle Richtungen
aus und sie erwärmt alle Gegenstände gleichermaßen, dabei benötigt sie nicht die Luft
im Raum um übertragen zu werden. Der Anteil der Strahlung überwiegt beim Kachelofen
gegenüber der Konvektion (beim Heizkörper ist es andersrum).
Beispiel Wl2: Die Luft ist ein schlechter Wärmeleiter, deshalb dämmt
eingeschlossene Luft, indem sie den Wärmefluss herabsetzt. Stehende Luft lässt nur
Wärmeleitung zu, bewegte Luft führt zu Konvektion. Beispiele für eingeschlossene Luft:
Baustoffe wie Mineralwolle, Styropor, Gasbeton, Ziegel, aber auch Anoraks, Federbetten,
Pullover und andere Kleidungsstücke. 5 Pullover übereinander dämmen besser als ein
fünffach dicker Pullover.
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Die Wärmeleitfähigkeit
ist eine energetische Stoffkenngröße. Der Wärmeleitfähigkeitswert lR wird in W/(mK) gemessen (Watt je
Meter und Kelvin). Die Bedeutung der einzelnen Größen ist wie folgt zu verstehen: K als
Einheit für die Temperaturdifferenz, z.B. drinnen +22°C und draußen -15°C ergeben 37
K. m steht für Meter, also die Strecke, die "die Wärme" aufgrund des
Temperaturgefälles von innen nach außen, z.B. durch die Außenwand, zurücklegt. Das
sind dann eben 36,5 cm für eine 36,5er Wand bzw. 0,365 m. W steht für Watt und es
kennzeichnet die Wärmemenge.
Der Wärmeleitfähigkeitswert lR ist
eine idealisierte Größe, das Modell wird so gebildet: 1 Watt Wärmemenge auf 1 m zu
durch fließenden Stoff bei einem Temperaturgefälle von 1 K. Das bedeutet: je kleiner der l-Wert ist, desto höher kann die Temperaturdifferenz sein oder desto
dünner kann z.B. die Außenwand sein. Aber: je nach Anwendungsgebiet des Stoffes soll die
Wärmeleitfähigkeit klein oder groß sein. l ist das kleine
griechische l und heißt Lambda.
Definition nach DIN 4108: Die Wärmeleitfähigkeit l gibt
die Wärmemenge an, die im stationären Zustand durch eine Fläche von 1
m2 fließt, wenn senkrecht dazu ein Temperaturgefälle von 1 K/m herrscht. lR ist der Rechenwert der
Wärmeleitfähigkeit. Angegeben wird die Wärmeleitfähigkeit eines trockenen Baustoffes.
Beispiel Wlf1: Nehmen wir der deutschen liebstes Kind,
das Auto, da kann jeder mitreden. Jeder kennt aus diversen Kino- und
TV-Schinken das liegen gebliebene Vehikel, wo es vorn dampft und zischt:
der Kühler ist kaputt gegangen. Wo bei älteren Modellen noch Wasser durch
das Kühlsystem läuft (dem man im Winter ein Frostschutzmittel zusetzen
sollte), ist das bei neueren Fahrzeugen "das Kühlmittel". Das vermag viel
schneller als das Wasser, dem Motor die Hitze (das ist jede Menge
Wärmemenge) abzunehmen und diese in den Kühlerlamellen an die Luft
abzugeben. Hier ist also eine sehr gute, das heißt schnelle
Wärmeleitfähigkeit erwünscht. Um Speichervermögen geht es dabei auch,
kennzeichnend dafür ist die spezifische Wärmekapazität c, die für Wasser
bei Raumtemperatur 4,182 kJ/kgK beträgt und 4x so hoch ist wie die von
Luft. Wärmekapazität: eine wie große Wärme-menge kann man in 1 kg
des Stoffes hineinpacken, wenn er um 1 K erwärmt wird?
Beispiel Wlf2: Dass Töpfe, Tiegel und Pfannen aus Metall sind, ist
kein Zufall. Der Sinn besteht ja auch darin, schnell und ohne große Verluste die an der
Unterseite erzeugte Wärmemenge (Gasflamme, Herdplatte, Ceranfeld) an das zu erhitzende
Gut (Suppe im Topf, vegetarische Bulette in der Pfanne) heranzuführen. Allerdings mag man
diese gute Wärmeleitfähigkeit des Metalls nun gerade am Griff nicht. Also macht man den
aus Holz oder aus Kunststoff, beides schlechte Wärmeleiter.
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Wärmedurchlasskoeffizient und -widerstand
Der Wärmedurchlasskoeffizient L ist nichts weiter, als die
Wärmeleitfähigkeit bezogen auf eine praktische Dicke eines Stoffes. Also kommt ganz
einfach unter den Bruchstrich ein m dazu und aus Meter wird m2,
weil man 1/(s/lR) rechnet.
Besteht eine Wand aus mehreren Schichten, sind mehrere Einzelwerte auszurechnen und
einzubeziehen, dazu benötigt man von jeder einzelnen Schicht die Dicke s in m und den
Wärmeleitfähigkeitswert lR in
W/(mK). Man rechnet für jede Schicht den Wert s/lR aus (das ist der jeweilige Wärmedurchlasswiderstand 1/L in m2K/W).
Neu ist: aus L mach R. (L ist das
große L im Griechischen, Lambda ausgesprochen)
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Wärmeübergangskoeffizient und -widerstand
Der Wärmeübergangskoeffizient a bezieht sich auf den
Wärmemengenübergang zwischen dem festen Stoff (z.B. die Außenwand) und einem
Wärmeträger (flüssig oder gasförmig, in der Regel natürlich gasförmig, nämlich die
Raumluft und die Außenluft). Der Wärmeübergangskoeffizient a
wird in W/m2K angegeben.
Der Wärmeübergangswiderstand ist 1/a und somit der
reziproke Wert des Wärmeübergangskoeffizienten a (man dreht
einfach den Bruch um, das griechische a heißt Alpha). Beispiel Wügw1: Dass der sog. Wärmedurchlasswiderstand von
Bauteilen (Term: 1/gr. Lambda), aus der der Wärmedurchgangskoeffizient
k(DIN)- bzw. U(ISO)-Wert abgeleitet wird, baupraktisch eine geradezu
närrische Rechengröße ist, geht schon aus deren genormter Ermittlung gem.
DIN 52611 hervor. Demnach wird in einer genormten "Versuchsdurchführung"
ein "geregelter Heizkasten" in einem "Schutzraum" an den "Probekörper"
(Mindestgröße 1x1 m, Regelgröße 1,5x1,5 m) angebracht, in dem mittels
elektrischem Heizdraht als "Heizquelle" die Innenluft in "örtlicher und
zeitlicher Konstanz" erwärmt wird.
Bei "Proben mit grobporöser Oberfläche sind deren Oberflächen mit einer
möglichst dünnen Schicht eben und glatt abzugleichen. Zur Vermeidung einer
Luftströmung durch die Probe sind die Oberflächen entsprechend
abzudichten." Gemessen wird nach Einstellung des sog. stationären Zustands
die Lufttemperatur und die Oberflächentemperatur des Prüfkörpers sowie die
verbrauchte Energie, aus der dann der Wärmestrom bestimmt und der
Wärmedurchlasswiderstand berechnet wird. Normgemäß müssen gem. 4.1.3 "alle
wärmeerzeugenden Einbauten im Heizkasten wie Heizkörper (Heizquelle),
Ventilatoren usw. gegen die Probenoberfläche und die Heizkastenwände
strahlungsgeschützt sein." und gem. 4.4.1 "Die (Temperatur-) Messfühler
müssen vor störenden Strahlungseinflüssen geschützt werden." Folglich wird
normgemäß nur ermittelt, wie erwärmte Luft ihre Wärmeenergie in die
Oberfläche des Probenkörpers abgibt. Eine hochgradig spannende und die
Bauphysikinstitute äußerst einträglich belohnende Angelegenheit von
bauwissenschaftlich größtanzunehmender Wichtigkeit! Messwerte auf
mindestens drei Nachkommastellen - denn darauf kommt es an!
Dass nun bei einem Massivbaustoff gigantisch viele Moleküle bereitstehen,
um von den auftreffenden energetisch aufgeladenen und sich entsprechend
schnell bewegenden Luftmolekülen Bewegungsenergie = Temperatur abzunehmen,
ist klar. Und entsprechend nehmen bei Leichtbaustoffen viel weniger
Oberflächenmoleküle den Warmluftmolekülen die Energie ab. So weit, so gut.
In Leichtbaustoffe verliert also erwärmte Luft deutlich weniger schnell
Energie, als in Massivbaustoffe. Schon gewusst? Dann sind Sie kein
Bauphysikdepp.
Wie sieht aber die Situation in einem geheizten Raum aus? 20 qm mit 2,5 m
Raumhöhe haben 50 cbm beheiztes Luftvolumen. Das sind (1 cbm Luft wiegt
ein Kilogramm) also 50 Kilogramm Heißluft. Die sind mit wenig Energie
schnell erwärmt. Aber die Wände und Decken! Sechs
Raumum-schließungsflächen mit (unter Freuden geschätzt) 10 cm mit geheizte
Materialstärke und z. B. 1000er Rohdichte je cbm wiegen bei 5 x 4 m
Raumzuschnitt: (5 x 4 x 2 x 2,5 (Wandflächen) + 5 x 4 x 2 (Wand- +
Bodenfläche)) x 0,1 (Konstruktionsstärke) x 1000 (Rohdichte) = 14.000
Kilogramm Gewicht, also 14 Tonnen (habe ich wirklich selbst errechnet!)!
Die sind nun erst mal aufzuwärmen, das verschlingt haufenweise Energie.
Mehr dazu finden Sie auf der Seite von Konrad Fischer zu den
U-Wert-Narreteien.
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Wärmedurchgangskoeffizient und -widerstand
Die einzelnen Wärmedurchlasswiderstände werden addiert und man rechnet 1/ai + 1/aa hinzu. Nun rechnet man 1 durch diesen Summenwert und erhält
den k-Wert in W/m2K.
Der Wärmedurchgangswiderstand ist nichts weiter als der reziproke Wert des
Wärmedurchgangskoeffizienten, also 1/k (man dreht einfach den
Bruch um).
Beispiel Wd1: Im Dezember 2001 präsentiert Fa. Hebel stolz Ihren
neuen Planstein PPW2-0,35 mit dem sagenhaften l-Wert von 0,09
W/(mK). Trara-trara, die Schallmauer von 0,1 ist durchbrochen. Bei einer Wanddicke von 30
cm kommt auf einen Wärmedurchgangskoeffizienten von 0,28 W/(m2K).
Wie rechnet man?
| Wärmeleitfähigkeitswert |
lR |
= 0,09 W/(mK) |
| Wandstärke |
s |
= 0,30 m |
| Wärmedurchlasskoeffizient |
L = 1 / (s / lR)
= 1 / (0,30 m / 0,09 W/(mK)) |
= 0,30 W/m2K |
| Wärmedurchlasswiderstand |
1/L = 1 / 0,30 |
= 3,33 m2K/W |
| Wärmeübergangswiderstände |
1/ai + 1/aa
= 0,13 + 0,04 |
= 0,17 m2K/W |
| Wärmedurchgangskoeffizient |
k = 1 / ( 1/ai + 1/L + 1/aa) = 1 / (0,13 + 3,33 + 0,04) |
= 1 / 3,50 |
| Wärmedurchgangskoeffizient |
k |
= 0,28 W/m2K |
Diese Berechnung wird uns durch die DIN 4108 vorgegeben. Neu ist: aus k
mach u.
Wie ist das zu werten? Würde ich Geld dafür bekommen, würde ich
Ihnen jetzt sagen: je besser bzw. kleiner der Wärmeleitfähigkeitswert lR desto besser bzw. kleiner der
Wärmedurchgangskoeffizient k, den wir nun u nennen. Also müssen wir dämmen auf Teufel
komm raus, um der Umwelt zuliebe Energie einzusparen. Parallel müssen wir die Gebäude
hermetisch machen und zum Ausgleich moderne Lüftungsanlagen einbauen. Damit reduzieren
wir den immensen Beitrag der Gebäudebeheizung an der Umweltverschmutzung und retten das
Weltklima. Weiterhin würde ich Ihnen erzählen, dass das alles zwar ein bisschen mehr
kostet (natürlich ohne konkrete Werte zu nennen) und dass sich trotzdem "alles
rechnet".
Da ich nicht gesponsert werde, sage ich Ihnen: Wenn man das Verhalten von Stoffen und
Bauteilen so einseitig betrachtet, wie es im Rahmen der EnEV geschieht, entsteht ein
Wettkampf um immer bessere l- oder k- oder u-Werte und man
lässt solche Größen wie Zeit und Speichervermögen einfach weg (als wenn es diese
Größen plötzlich nicht mehr gäbe).
Es wird ja in den Definitionen der oben genannten Größen nach DIN 4108 kein Hehl
daraus gemacht, dass es sich um eine Betrachtung im stationären Zustand handelt. Die
Formulierungen " ... gibt die Wärmemenge an, die in einer Stunde ... " dürfen
nicht hinwegtäuschen, dass dennoch der Faktor Zeit weitgehend ignoriert wird.
Das ist genauso ein Humbug, wie die Leistungsangaben bei elektrischen Haushaltsgeräten
in W/h. Wenn Ihnen z.B. in der Werbung gesagt wird, die Waschmaschine hat eine Leistung
von 750 W/h, dann ist das ausgemachter Blödsinn. Unterstellen wir eine kontinuierliche
Leistungsaufnahme, dann haben wir diese 750 Watt in dieser einen Stunde, in einer Woche,
im nächsten Monat und immer wenn die Waschmaschine läuft.
750 Watt bedeuten 750 W elektrische Leistungsaufnahme, das sind bei 250 Volt 3 Ampere
Stromstärke (weswegen ein separater Stromkreis sinnvoll ist, wenngleich auf 10A bzw. 16A
abgesichert ist). Läuft diese Waschmaschine im Jahr 1.000 Betriebsstunden kommen Sie auf
einen Stromverbrauch von 750 W x 1.000 h = 750 kWh - und nur das ist ein Wert, mit dem Sie
was anfangen können (x30 Pf./kWh = 225 DM).
Merke: der Faktor Zeit ist berücksichtigt, wenn man das auch an den Einheiten erkennen
kann. Auch wenn man für 1 W = 1 N x m/s schreiben kann, ist das nur die halbe Wahrheit.
Solange Strahlungsvorgänge und Speicherwirkungen ignoriert werden, ist das nur die halbe
Wahrheit.
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Beispiel W1: Ein weit bekanntes Phänomen beim Dachgeschossausbau ist
der Umstand, dass es im Sommer drückend heiß ist, obwohl richtig schön dick gedämmt
ist. Erst die Nachtstunden bringen Linderung? Woran liegt das? Bei 16 oder 20 cm
Mineralwolle (super u-Wert!) müsste es doch eigentlich kühl sein, denn genauso wie die
Dämmung im Winter die Wärme nicht heraus lässt, dürfte sie doch im Sommer keine
reinlassen.
Bevor wir zur Antwort kommen, möchte ich noch ein Beispiel aus dem persönlichen
Erleben einfügen, weil es gut zum Thema passt. Ich wohne in einer Dachgeschosswohnung,
ohne im Sommer mehr zu leiden. Das liegt weniger an der Mineralwolledämmung, weil es die
bei jedem Dachgeschoss gibt. Das liegt aber an der besonderen Konstruktion: die Dachhaut
ist ganz gewöhnlich: Dachsteine mit Unterspannbahn auf einer Lattung, darunter ein
Luftraum und dann kommt die Dämmung. Die liegt aber nicht zwischen Sparren, sondern auf
einer Stahlbetonhülle, welche mit einer Stärke von 12 cm die gesamte Dachgeschosswohnung
überspannt. Sie kommt in der Abseite 1,05 m senkrecht hoch, verläuft dann ca. 60°
schräg und geht dann in die Horizontale der Decke über. Auf eine Grundfläche von rd. 75
qm kommen so rd. 65 qm Betondecke und Hüllwände mit einem Gesamtumfang von ca. 44,50 m.
Das bedeutet bei einer unterstellten Dicke der Wände und der Deckenplatte von 12 cm, dass
die Wohnung von insgesamt 20 cbm Stahlbeton umhüllt ist. Das ist eine Speichermasse, die
dafür sorgt, dass das Raumklima behaglich ist (wenn man nicht so duselig ist und die
Fenster tagsüber offen und die Jalousien oben lässt). Das vermag, trotz hervorragender
Dämmwerte, keine noch so dicke Dämmung.
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Lüften, relative Luftfeuchte, Sättigungswasserdampfgehalt
Wozu lüftet man? Eine Luftwechselrate ist sicherzustellen, ggf. muss die
Heizungsanlage Frischluft für die Verbrennung erhalten. Dieses Problem muss auch ohne
raumlufttechnische Anlage (RLT) zu lösen sein.
Bereits vor 130 Jahren wurde der CO2-Gehalt in der Luft als Maßstab der
Raumluftqualität erkannt. Die maximale Konzentration von 0,1 % ist ein in Deutschland und
anderen europäischen Staaten anerkannter Grenzwert.
Die erforderliche Luftwechselrate ergibt sich aus der Anzahl der Personen und deren
Tätigkeit: Schlafen/Ruhe erfordert 17 - 21 m3/h
Frischluft, Lesen/Fernsehen 20 - 26, Schreibtischarbeit 32 - 42, Hausarbeit 55 - 72,
Handwerken 90 - 130. Je nach Aktivität liegt die Frischluftrate bei erwachsenen zwischen
10 und 75 Liter pro Stunde. In einem 4-Personen-Haushalt wird demnach eine Frischluftmenge
von 2.000 - 3.000 m3 benötigt.
Hat das Gebäude ein zu beheizendes Luftvolumen von beispielsweise 310 m3, folgt daraus
ein erforderlicher Luftwechsel von 6,5- bis 10-fach am Tag, also alle 4 bis 2,5 Stunden
einmal komplett die Luft ausgewechselt.
Ein weiterer Grund für das Lüften ist die erforderliche Entfeuchtung. Der Mensch gibt
im Schlaf 40-50 g/h Feuchtigkeit ab, bei Haushaltsarbeit ca. 90 g/h und bis 175 g/h bei
anstrengenden Tätigkeiten. 400-600 g/h gehen beim Kochen und Braten in die Raumluft, die
Waschmaschine gibt 200-350 g je Waschgang ab. Beim Wannenbad entstehen ca. 1100 g und beim
Duschen ca. 1700 g. Eine Topfpflanze gibt um die 15 g/h ab.
Anhand dieser Streuungen erkennt man, dass eine genaue Berechnung des Lüftungsbedarfs
gar nicht möglich ist. Die Berechnungsvorschriften der RLT nehmen Erfahrungswerte, die
aber allemal neben dem tatsächlichen Bedarf liegen. Zumal ist das Weglüften von Feuchte
jahreszeitlich unterschiedlich.
Insofern darf das Lüften nach Bedarf auch noch im Hightech-Zeitalter Bestand haben.
Oft noch sind die einfachen Methoden die wirksamen und für kaum jemanden dürfte es
verwunderlich erscheinen, nach dem Baden das Fenster vorübergehend zu öffnen.
Bekanntermaßen ist die Dauerlüftung mittels Kippstellung der Fenster von Mai bis
September sinnvoll und weit verbreitet.
Der Sättigungswasserdampfgehalt ist nichts weiter als der Wassergehalt in g von 1 cbm
Luft bei 100 % rel. Luftfeuchte. 100 % rel. Luftfeuchte bedeutet, mehr vermag die Luft bei
einer bestimmten Temperatur nicht an Wasser aufzunehmen (d.h. an Wasserdampf zu binden).
Das geht von 9,39 g/m3 bei 10 °C Lufttemperatur bis 30,35 g/m3 bei 30 °C Lufttemperatur.
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Kondensation: Tauwasserbildung
Bei Temperaturen über 0°C beginnt Eis und Schnee zu tauen. Tauwasser aber entsteht
auch bei höheren Temperaturen. Man benötigt einen luftgefüllten Raum mit einer
Lufttemperatur und einer relativen Luftfeuchte. Dazu nimmt man einen Stoff oder Körper
mit der Taupunkttemperatur, die natürlich unter der Raumtemperatur liegt. Diese
Taupunkttemperatur ist in Abhängigkeit von der relativen Luftfeuchte und der
Lufttemperatur unterschiedlich hoch. Wird sie erreicht und unterschritten, kommt es zur
Tauwasserbildung.
Beispiel Tw1: Bei einer Lufttemperatur im Wohnzimmer von 23 °C und
einer rel. Luftfeuchte von 70 % entsteht an den Fenstern Tauwasser, wenn diese eine
Temperatur von 17,2 °C unterschreiten. Bei ebenfalls 23 °C Lufttemperatur, aber nur 40 %
rel. Luftfeuchte, müssten 8,7 °C unterschritten werden.
Beispiel Tw2: Im Badezimmer ist das Fenster verrammelt, der
Heizkörper hochgedreht und Hänschen und Fränzchen toben in der Badewanne:
Lufttemperatur 25 °C, rel. Luftfeuchte 90 %. Es genügt jetzt, 23,2 °C zu
unterschreiten, damit sich Tauwasser bildet. Das sind alle "kalten"
Metalloberflächen wie der Wasserhahn, aber auch der Spiegel (der ist beschlagen, die
Tauwassertröpfchen haben ihn blind gemacht). Aber selbst die Badezimmermöbel mit ihren
"kalten" Oberflächen haben einen Feuchtefilm, es hat sich Tauwasser gebildet.
Beispiel Tw3: Sie besuchen den botanischen Garten und gehen in das
Haus mit den Pflanzen des subtropischen Regenwaldes. Feuchtwarme Luft schlägt Ihnen
entgegen, es versetzt Ihnen erst mal den Atem. Die Brille ist sofort angelaufen, dass Sie
nicht mehr durchsehen. An allen Ecken und Enden tropft es: Tauwasser. Bei einer rel.
Luftfeuchte von 95 % genügen bei 29 °C Lufttemperatur bereits 28,1 °C zu
unterschreitende Taupunkttemperatur.
Beispiel Tw4: Hans Besserwiß ist Häuslebauer, es ist mittlerweile
Sommer geworden und die Sonne "brummt" nach einem Gewitter wieder, 28 °C und
100 % rel. Luftfeuchte. Damit die im Frühjahr rein geregneten Wassermassen wegtrocknen,
reißt er alle Öffnungen auf. Im Keller ist es dunkel, kühl und feucht, die Außenluft
soll die Feuchte aufnehmen. Das macht sie aber nicht. Sie dringt in die geöffneten
Kellerfenster ein und kühlt sich unten auf 19 °C ab. Mit jedem Kubikmeter Außenluft,
der in den Keller kommt, werden knapp 11 g Wasser eingetragen.
Das sind allesamt halbwegs praxisnahe Beispiele, aber keine komplizierte Berechnung
steckt dahinter. Die Werte liest man aus der Taupunkttabelle ab. Die
enthält die Taupunkttemperaturen und die Werte für den Sättigungsdampfgehalt
- in Abhängigkeit von Lufttemperatur und rel. Luftfeuchte.
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Beispiel Tw5: Wann kommt es zu Tauwasserbildung (Lufttemperatur = 22°
C, rel. Luftfeuchte = 65%)?
Ablesung im Kreuzungspunkt Zeile (22) - Spalte (65) = 15,1 °C, das heißt bei einer
Temperatur von 15,1 °C bildet sich Tauwasser aus, es kondensiert der
Wasserdampf
(Luftfeuchte) an der kühleren Oberfläche (Wand, Spiegel, Wasserhahn, Fenster).
Beispiel Tw6: Wie viel Wasserdampf ist in 1 m3 Luft bei 22 °C bei 100%
rel. Luftfeuchte enthalten? Wie viel Tauwasser bildet sich, wenn diese Luft auf 18 °C
abkühlt?
Ablesung rechts in Zeile (22) = 19,4, das heißt 1 m3 Luft enthält 19,4 g/m3 Wasserdampf.
Ablesung rechts in Zeile (18) = 15,4, das heißt 1 m3 Luft enthält 19,4 g/m3 Wasserdampf.
Differenz = 4,0 g/m3, das heiß es bilden sich je m3 Luft 4 g Tauwasser.
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Das Speichervermögen
ist das Vermögen eines Stoffes, Energie zu speichern. In der praktischen Anwendung
bedeutet das, dass Prozesse des Auskühlens (also Wärmeabgang vom höheren zum niederen
Niveau) unterschiedlich schnell, besser: langsam, ablaufen.
Beispiel Sp1: Hans und Franz trinken Tee. Hans hat Stil und nimmt ein
schickes Teeglas, schön filigran mit dünnem Henkel. Franz benutzt seinen Kaffeepott aus
Keramik. Mal vom Stil des Teetrinkens abgesehen: Hans hat als erster einen heißen Henkel
und er muss sein Teeglas erst mal abstellen. Dafür muss er aber auch aufpassen, wenn er
seinen Tee heiß trinken will. Der wird nämlich in dem dünnen Glas relativ schnell kalt.
Das Glas leitet schnell die Wärme des Tees nach außen, wo sie an die Umgebungsluft
abgegeben wird. Franz muss hingegen aufpassen, dass er sich nicht noch nach 10 Minuten den
Schnabel verbrüht. Sein dicker Pott hat zwar viel Wärme vom Tee aufgenommen, aber
er gibt sie nicht so schnell ab wie das Glas. Er speichert die Wärme.
Beispiel Sp2: Viele Haushalte benutzen zum Kochen ein Ceranfeld.
Mit ein bisschen Erfahrung kommt man dahinter, wie man energiesparend
Restwärme nutzt. Schaltet man die Herdfläche aus, wird sie nicht
schlagartig kalt. das Ceranfeld speichert eine gewisse Energiemenge, die
sie dann über die Kontaktfläche (Topfunterseite) weitergibt.
Nun zur Preisfrage. Wenn hier die gespeicherte Wärme positiv auf die
Energiebilanz wirkt, warum sollte man dieses Prinzip nicht auch auf eine
sonnenbeschienene Wand anwenden? Selbst im Winter kann die Wandoberfläche
außen wärmer sein als innen - wie kann da ein Wärmestrom von innen nach
außen stattfinden? Der erfolgt doch immer vom hören zum niedren Wert
(Gefälle). Es erfolgt demnach ein Wärmestrom von außen nach innen - und
egal ob von dieser Wärmemenge etwas an der inneren Wandoberfläche ankommt
oder nicht, ein Bilanzgewinn muss zu verbuchen sein.
Weitere Kenngrößen:
- Wärmeeindringzahl
- Auskühlzeit
- Temperaturträgheit
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Die Strahlungswärme / Wärmestrahlung
ist etwas anderes als die Konvektion, auch wenn es etwas mit der Bewegung von
Wärmemengen vom höheren zum niederen Niveau zu tun. Auch hierbei werden Stoffe
aufgewärmt, denn es geht ja darum, dass Temperaturen in der Umgebung des Menschen
geschaffen werden, die ihm angenehm sind. Man spricht von Behaglichkeit.
Die Idee ist alt wie die Menschheitsgeschichte, die Römer waren die Erfinder der
Heizung mittels Strahlung. Die haben heiße Luft aus dem Ofen durch Kanäle im Fußboden
geführt, dort hat die Luft die Wärme abgegeben und der Fußboden hat die Wärme dann an
den Raum abgestrahlt.
Diese Strahlung kann man mit der der Sonne vergleichen, wenngleich die Intensität sich
wesentlich unterscheidet (die Sonne: Millionen bzw. tausende °C - die Raumtemperatur:
20-24 °C). Sie benötigt auch nicht die Luft, um die Wäre weiterzugeben. Die Strahlen
breiten sich von der abstrahlenden Fläche überallhin aus, und der Stoff oder Gegenstand,
der sich gerade im Weg befindet, wird angestrahlt, das heißt er bekommt die Wärme ab.
Die Luftmoleküle werden angestrahlt, der Schrank, der Tisch, die Wand, aber auch die
Menschen. Mit Ausnahme des Menschen, der ja selbst Wärme produziert (im Durchschnitt 80
Watt; also gibt der Mensch soviel Wärme ab, wie eine ständig brennende Glühlampe) haben
daher alle Gegenstände und Stoffe, die mittels Strahlung erwärmt werden, eine
einheitliche Temperatur. Diese Ausgewogenheit ist der Grund dafür, dass sich die
Behaglichkeit eher einstellt, es werden schon 20 °C als warm empfunden.
In diesem Zusammenhang muss ich noch einen Begriff nennen: die Solarkonstante.
Die Sonnenstrahlung hat in Erdentfernung noch eine Intensität von 1,353 kW/m2. Diese
Größe wird als Solarkonstante bezeichnet.
Beispiel Sk1: Die Erde umkreist die Sonne in einem mittleren Abstand
von 150.000.000 km. Deshalb bekommt sie von der ungeheuren abgestrahlten Menge von 4 *
1026 J / s nur ein Bruchteil ab, nämlich die als
Solarkonstante bezeichneten 1,353 kW/m2. Die Erde hat
einen Durchmesser von etwa 12.400 km, somit beträgt die Fläche, auf der die Erde die
Sonneneinstrahlung auffängt rd. 120 Mio km2. Das
entspricht einer eingestrahlten Leistung von 1,2 * 1014
* 1,35 103 W = ca. 1,6 *1014 kW.
Beispiel Sk2: Kommen aber diese 1,353 kW/m2 auch unten an,
z.B. auf einer Hauswand? Das kann man sich bei bewölktem Himmel selbst an Sommertagen
nicht vorstellen. aber kommt dann gar nichts an? Nun, das ist auch nicht vorstellbar.
Um Doppelungen zu vermeiden, verweise ich auf folgende Diagramme
zu Bestrahlungsstärken, Strahlungssummen, Globalstrahlung und Wärmefluss. Hier geht
es um gemessene Werte und Sie erfahren etwas über direkte Einstrahlung und
Globalstrahlung.
Beispiel Str1: In den Berechnungen gem. EnEV sind auch solare Gewinne
zu berücksichtigen. Nach EnEV gibt es solare Gewinne nur durch die Fenster. Um die zu
berechnen, wurden folgende Werte für die solare Einstrahlung verordnet:
| Orientierung |
SO - SW |
NW - NO |
übrige |
Dachfenster
Neigung < 30° |
| Solare Einstrahlung in kWh/m2a |
270 |
100 |
150 |
225 |
Die Fläche der Fenster Ai mit der Orientierung j
(Süd, West, Ost, Nord und horizontal) ist nach den lichten Fassadenöffnungsmaßen zu
ermitteln (das heißt: Fläche = Glas + Rahmen).
Beispiel Str2: Um eine Vorstellung von der Strahlung zu erhalten, soll
hier kurz beschrieben sein, worum es sich handelt. Alltagsbezeichnungen kennen wir alle:
Sonnenstrahl, UV-Strahlung, Licht, Röntgenstrahlung usw. usf. Aber was bedeutet das?
Es geht um elektromagnetische Strahlung, die sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreitet.
Es besteht ein Zusammenhang zwischen Frequenz f und Wellenlänge l,
weil f * l = c (c = Lichtgeschwindigkeit).
Außerdem besteht noch der Zusammenhang Welle-Teilchen-Energie. Deshalb kann man das
Spektrum der elektromagnetischen Strahlung in Frequenz [ 1/s ], in Photonen-Energie [ eV ]
und in Wellenlänge [ m ] angeben. Die zeichnerische Darstellung ist eine Wellenlinie
(Sinuskurve) entlang eines Strahls.
| Strahlung |
|
Wellenlänge |
Energie |
Frequenz |
|
|
langwellig |
niedrigenergetisch |
niedrigfrequent |
| Radiowellen |
LW - KW |
10 km - 10 m |
|
30 kHz - 30 MHz |
| Mikrowellen |
cm-Wellen |
10 cm - 1 cm |
|
3 Ghz - 30 Ghz |
| Wärmestrahlung |
mm-Wellen |
1 cm - 1 nm |
|
30 GHz - 300 Ghz |
| Infrarot |
IR |
1 mm - 750 nm |
~ 1,0 eV |
|
| sichtbares Licht |
|
750 nm - 380 nm |
1,6 - 3,2 eV |
|
| Ultraviolett |
UV |
380 nm - 1 nm |
3,2 eV - 1 keV |
|
| Röntgenstrahlen |
|
10 nm - 1 pm |
0,1 keV - 1 MeV |
|
|
|
kurzwellig |
hochenergetisch |
hochfrequent |
Das soll genügen, auch wenn das elektromagnetische Spektrum viel größer ist. Wesentlich
ist: auch Wärmestrahlung ist elektromagnetische Strahlung, genauso sichtbares Licht und
beide kennzeichnen je einen bestimmten Bereich des Spektrums.
|
nach oben
Die Konvektion
ist eine Form der Materialvermischung. Der Wärmetransport ist also gleichzeitig mit
einem Stofftransport verbunden (was bei der Wärmeleitung nicht der Fall ist).
Beispiel Ko1: Die Konvektion ist eine Erscheinung, die den
heutigen Standard beim Heizen einer Wohnung beschreibt. Unter Zuhilfenahme einer
Heizungsanlage wird Wasser erhitzt (gut, man kann bei einer Vorlauftemperatur von 55°C
auch von erwärmt sprechen, aber es gibt eben noch viele Anlagen mit höheren
Vorlauftemperaturen) und durch ein Rohrsystem geschickt, um dann flächige Heizkörper zu
durchströmen und dabei an die Umgebungsluft Wärme abzugeben.
An der Fensterseite sind die Heizkörper angebracht. Dort steigt die an der
Heizkörperfläche erhitzte Luft nach oben, um sich dann entlang der Decke Richtung
Rauminnenseite zu bewegen. Sie kommt an der dem Fenster entgegen liegenden Wand an und
bewegt sich nach unten, weil sie sich inzwischen abgekühlt hat. Nun wälzt sie sich
entlang des Fußbodens Richtung Fenster zum Heizkörper - der Kreislauf ist geschlossen,
alles beginnt von vorn.
Das Auf und Ab der Luft hat was mit deren unterschiedlicher Temperatur zu tun und der
daraus resultierenden Dichte. Erwärmtes Gas dehnt sich
aus, deshalb wird die Dichte geringer. Kühlt es ab, ziehen sich die Gasmoleküle
zusammen, die Dichte nimmt wieder zu.
Nach diesem Prinzip funktionieren die Heizungsanlagen in Millionen von Haushalten. Das
muss aber noch lange nicht bedeuten, dass dies auch das Gelbe vom Ei ist. Denn es gibt
unangenehme Begleiterscheinungen: dunkle Streifen und abgedunkelte Zimmerecken, weil sich
der mittransportierte Staub absetzt, die Erscheinung des "heißen Kopfes bei kalten
Füssen" bis hin zu Zuglufterscheinungen und ausgetrockneter Luft, die die
Schleimhäute reizt.
Im technischen Wettbewerb um das Heranführen an den Mindestwert wurden auch die
Heizkörper auf Grössen berechnet, welche gerade so im rechnerischen Nachweis genügen.
Im Zweifelsfall hat man dann eben nicht zu frieren, wenn das rechnerisch nicht geht.
Dadurch erreicht man die Situation, dass unter einem 1,50 m breiten Fenster ein
Heizkörper von 950er Breite hängt. Für den Nachweis nach DIN reicht der, aber die
Konvektion funktioniert halt nur über die Breite des Heizkörpers. Links und rechts davon
fällt die kalte Luft vom Fenster nach unten. Solche Kälteschleier kann man wie Zugluft
empfinden.
Um diesem Probleme abzuhelfen, hat man sich darauf besonnen, dass die Idee mit der
Kosten senkenden Größen-Minimierung der Heizkörper nicht so erfolgreich wirkte. Die Idee
des fensterbreiten Heizkörpers wurde geboren, nicht gerade neu und genial, aber gut
präsentiert.
Technische Bezeichnung: VDI 6030. Stichwort: Pflichtenheft für Thermische
Behaglichkeit. Werbeslogan: Die VDI 6030 zeigt den Weg. Und: 55/45 die neue Wärme. Man
gibt sich also Mühe, hier Abhilfe zu schaffen. Dennoch besteht das Kardinalproblem darin,
dass Luft als Medium (= Überträger, weitergebender Stoff) erwärmt werden muss, um den
Raum warm zu bekommen und dass ein permanentes Temperaturgefälle aufgrund der oben
beschriebenen Konvektionsmechanismen herrscht.
Deshalb benötigt man eben ein paar Grad mehr, damit sich die Menschen wohl fühlen,
damit sich Behaglichkeit einstellt. Bei Strahlungswärme stellt sich aufgrund eines hohen
Grades an Gleichmäßigkeit die Behaglichkeit eher ein. Es kann eben ein paar Grad kälter
sein und man hat es dennoch wärmer. Vor allem, weil es nicht zieht.
Beispiel Ko2: Konvektion als thermische Materialvermischung kann man
nur unterbinden, indem man den warmen vom kalten Stoff bzw. Bereich trennt. Dann
unterbindet man diese Form des Wärmetransports. In einer Thermoskanne herrscht Vakuum, so
dass es keine Konvektion gibt. Weil die innere Oberfläche verspiegelt ist, gibt es auch
keinen Wärmetransport durch Strahlung. Letztendlich wird der Inhalt der Thermoskanne
kalt, weil ein Wärmestrom in Form von Wärmeleitung am Verschluss stattfindet.
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3 Arten der Wärmeübertragung
| Kürzel |
S |
K |
W |
| Bezeichnung |
Strahlung |
Konvektion |
Wärmeleitung |
| Symbolskizze |
 |
 |
 |
| Was bedeutet das? |
elektromagnetische Strahlung |
Durchmischung als Materialvermischung |
durch Molekülstöße, ohne dass Stofftransport stattfindet;
Weitergabe der kinetischen Energie |
| Welche Stoffe betrifft das? |
Gase, Flüssigkeiten |
Gase, Flüssigkeiten |
Gase, Flüssigkeiten, Festkörper |
| Beispiele |
die gesamte Energie, die unsere Erde von der Sonne erhält,
Kachelofen |
Ozeane, Atmosphäre, die Luft im Wohnzimmer, Luftzug der
Heizkörper |
Ziegelwand, Metallrohr |
| Welche Gesetze wirken? |
- Plancksches Str.Gesetz
- Wiensches Verschiebungsgesetz
- Stefan-Boltzmann- Gesetz
- Kirchhoffsche Strah- lungsgesetze (A + R = 1) |
die thermische Bewegung ist der Motor, Ziel ist gleiche
Teilchenzahldichte im gesamten Volumen
(1. Ficksches Gesetz) |
Transportgleichung
(Wärmekapazität,
Temperaturleitwert) |
| Wie verhindern? |
A soll = 0 und R soll = 1 (Spiegel = idealer weisser Körper) |
das warme vom kalten Gebiet materiell trennen |
materiefreien Raum schaffen (Vakuum) |
| Wie bei Luft verhindern? |
nur durch vollständige Absorption, Verhinderung der
Abstrahlung |
unbewegliche Luft lässt nur Wärmeleitung zu (Luft ist
schlechter W.leiter) |
geht nicht, wobei aber Luft ein schlechter Wärmeleiter ist |
| Welche weiteren Begriffe gibt es? |
IR-, UV-Strahlung
(Sonnen-) Licht |
Diffusion |
Wärmeausdehnung
Wärmekapazität |
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Denkansätze zum Wärmetransport
Warum der Begriff Wärmeleitung (und
davon abgeleitet: Wärmeleitfähigkeit) nicht das Alleinseligmachende sein kann, soll
zunächst die kleine Übersicht verdeutlichen. Hier werden die gebräuchlichsten
Baumaterialien hinsichtlich ihrer Eigenschaften verglichen, wobei die Quantifizierung nur
tendenziell verdeutlicht sei.
| |
 |
 |
 |
 |
 |
| Material |
Dämmstoff |
Holz |
Ziegel |
Beton |
Metall |
| Dichte |
o |
oo |
ooo |
oooo |
ooooo |
| Porigkeit |
ooooo |
oooo |
ooo |
oo |
o |
| Speichervermögen |
o |
oo |
ooo |
oooo |
ooo |
| Leitung von Wärme |
o |
oo |
ooo |
oooo |
ooooo |
| Strahlungsvorgänge |
ooooo |
oooo |
ooo |
oo |
o |
Die hier dargestellten "Weisheiten" sind keine, das ist
Grundwissen und jeder kann etwas damit anfangen. Auch was die Anteile von Wärmeleitung
und -strahlung betrifft, mag vorstellbar sein. Um etwas tiefer einzusteigen, lassen Sie uns
2 Materialien genauer betrachten. Dazu legen wir sie unters Mikroskop. Maßstäbliche
Verzerrungen in den Skizzen seien mir verziehen, ich habe leider keine mikroskopischen
Aufnahmen zur Hand.
Das soll das Innere
eines Ziegels sein (wobei das Denkmodell auch auf Beton zutrifft). Er hat feste
Bestandteile, aber auch noch viele Poren. Hätte er keine Poren, würde seine Dichte nahe
bei der von Metallen liegen. Hätte er keine Poren, würde er sich kapillar ganz anders
verhalten.
(S), (W) und (K) sollen die 3 Arten des Wärmetransportes kennzeichnen. Der Anteil
jeder Transportart wird allerdings nicht dargestellt.
Die Konvektion der eingeschlossenen Luft dürfte eher zu vernachlässigen sein. Jedoch
ist es undenkbar, den Strahlungsanteil bei hoher Porigkeit zu vernachlässigen. Die
Wärmeleitung erfolgt innerhalb der festen Partikel und zwischen diesen natürlich nur an
den Grenz- oder Berührungsflächen.
Da aber jeder Körper strahlt, muss auch im Inneren jedes feste Partikelchen
abstrahlen. Die Wärmestrahlung geht durch die in den Poren eingeschlossene Luft und
trifft auf das gegenüber liegende feste Partikelchen. Dort geht sie in das Partikelchen
hinein - und weiter geht es infolge Wärmeleitung.
Die auftreffende Strahlung regt die getroffenen Moleküle des Partikelchens an, so dass
deren Energieniveau steigt. Im Partikelchen selbst ist Strahlung nicht möglich, wohl aber
Wärmeleitung, weil sich die Atome gegenseitig anstoßen und somit die Energie
weiterleiten. Am anderen Ende geht die weitergegebene Energie als Strahlung wieder raus
usw.
Interessant wäre es, das Verhältnis von Strahlung und Wärmeleitung bestimmen zu
können. Auf jeden Fall hängt es vom Porenanteil und der mikroskopischen Struktur ab. Auf
jeden Fall wird aber auch deutlich, dass man nicht nur von Wärmeleitung reden kann und
dass demzufolge der Begriff Wärmeleitfähigkeit für die Betrachtung der
Wärmetransportvorgänge allein nicht genügt.
Anders ist es hier in
diesem Stück Mineralwolle. Anders soll aber nicht völlig anders bedeuten. Auch hier
finden (etwas) Konvektion, vor allem aber Wärmeleitung und Strahlung statt.
Reden wir vom Wärmeleitvermögen, wird deutlich, dass die Fusseln des Dämmstoffs
natürlich nicht viel leiten können. Die "eingeschlossene" Luft überwiegt
anteilig. Daher ist die Wärmeleitfähigkeit gering (ein toller U-Wert).
Mineralwolle wird aus aufgeschmolzenem und versponnenem Gestein hergestellt, es sind
ganz feine Fasern. Zum einen ergeben sich daraus relativ wenige bzw. kleine Grenz- oder
Berührungsflächen der Fusseln untereinander. Zum besseren Verständnis sei noch
erklärt, dass keine Porigkeit entsteht, weil die Fasern ungeordnet vorhanden sind. Daher
kann auch kein Wasser kapillar weitergeleitet werden -
Tauwasser wird zurückgehalten.
Ähnlich verhält es sich bei extrudiertem Schaum (z.B. Styropor). Stellen Sie sich
einen großen Raum vor, den jemand mit aufgeblasenen Luftballons voll gestopft hat. Die
Luftballons entsprechen den Dämmstoffkugeln, jeweils ist Luft eingeschlossen, die sich
nicht bewegen kann (daher Konvektion fast = 0). Auch hier geringe Materialstärken und
kleine Übertragungsflächen - aber viel Raum für Strahlungsvorgänge.
Andererseits wird aber auch deutlich, dass einer eindringenden Wärmestrahlung wenig
entgegengesetzt wird. Und selbst wenn dem Wärmestrahl so eine Fussel im Weg steht und
angeregt wird, gibt sie die Strahlung ja doch weiter. Im Prinzip saust die Wärmestrahlung
nur so durch, sehr viel langsamer erfolgt das hingegen bei unserem Ziegelstück oben.
Diese Erscheinung erklärt das gehasste Barackenklima, z.B. bei ausgebauten
Dachgeschossen. Steht die Sonne auf diesem super gedämmten Dach (mit supertollem U-Wert
infolge 20 cm MiWo 035), brauchen Sie nicht lange warten, und im Inneren ist es auch
brütend heiß.
Was sagt uns das? Uns nützt ein Baustoff mit geringer Wärmeleitfähigkeit allein
nichts. Kommen gute speichernde Eigenschaften dazu, kann man ein gutes
Temperatur-Amplituden-Verhältnis ( TAV ) erzielen: außen
Temperaturunterschiede von 50 °C und innen gerade mal 2 °C.
Wenn man geneigt ist, diese Überlegungen fortzusetzen, kommt man darauf, dass
gemessene Werte sich offensichtlich nicht viel aus all den wunderschönen Formeln machen.
Grosse Abweichungen zwischen Theorie und Praxis, zwischen errechnet und gemessen, zeigen
uns auf, dass an der U-Wert-Theorie etwas nicht ganz stimmen kann.
Mehr dazu erfahren Sie im weiterführenden Beitrag:
Vom Dämmen und Speichern - und der Suche nach der Wahrheit.
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Beispiel WT1:
Eine interessante Erkenntnis für
U-Wert-Fetischisten:
"Kein Hitzestau unter dem Dach. Die
neue Unterdeck- und Schalungsbahn Delta-Solar reflektiert ca. 60 Prozent der sommerlichen Wärmestrahlung.
Bei der Dachsanierung kann die teure und zeitraubende Sparrenaufdopplung für mehr
Dämmstoffdicke unterbleiben. / Als Zusatznutzen bietet das Material eine hohe
Abschirmwirkung gegen elektromagnetische Strahlung.
Ob der Wohnraum unter dem Dach zum erklärten Lieblingsplatz wird, hängt nicht zuletzt
vom Raumklima ab, das dort herrscht. Schon ein Temperaturanstieg von zwei Grad Celsius
kann im Sommer den Unterschied zwischen "angenehm" und "unerträglich"
ausmachen. Mit der neuen diffusionsoffenen Unterdeck- und Schalungsbahn Delta-Solar, die
die Dörken GmbH & Co. KG, Herdecke, auf der Dach + Wand 2002 in Frankfurt
präsentierte, kann dieser unangenehme Wärmestau unter dem
Dach wirksam und wirtschaftlich verhindert werden.
Denn das Material reflektiert ca. 60 Prozent der Strahlungswärme
und trägt damit nach Untersuchungen des Fraunhofer-Instituts in Holzkirchen entscheidend
zu einer verträglichen Raumtemperatur unter dem Dach bei. Die neue Bahn bringt dabei auch
rechenbare Vorteile für den Sanierungsfall. Bei den oft
geringen Sparrenhöhen im Altbau können die Anforderungen der Energieeinsparverordnung
noch mit einiger Mühe erfüllt werden. Doch das unangenehme "Barackenklima"
lässt sich damit meist noch nicht verhindern. In diesen Fällen ist
Delta-Solar mit seinem hohem Wärmereflexionswert eine
wirtschaftliche und zeitsparende Alternative zur Sparrenaufdopplung.
Delta-Solar besteht aus einem spezialbehandelten Polypropylenvlies ....
Darüber hinaus verfügt das Material über eine abschirmende Wirkung gegen elektromagnetische Strahlung. Nach einem Gutachten
der Universität der Bundeswehr in München wird zum Beispiel bei Strahlungen
aus dem Mobilfunkverkehr je nach Frequenzbereich eine Abschirmwirkung von 75 bis 90
Prozent erreicht.
Die neue Unterdeck- und Schalungsbahn ist mit ihrem geringen Flächengewicht ...
Als Systemergänzung empfiehlt das Unternehmen den Einsatz von Delta-Fol Reflex als
Luftdichtheitsschicht und Dampfbremse. Bei fachgerechter Verarbeitung schützt sie die
Wärmedämmung sicher vor Diffusions- und Konvektionsfeuchte und ermöglicht darüber
hinaus durch ihre 50-prozentige Reflexion der aufsteigenden
Heizwärme eine Energieeinsparung von bis zu 10 Prozent. Bei einer
Dachsanierung ..."
Quelle: Herstellerinfo von Doerken
November 2002, leicht gekürzt
Notiz, 08.2004: wenn dieses Produkt gerade nicht am Markt ist, liegt es
daran, dass gewisse
Herstellungsprobleme gelöst werden müssen; Funktion und Wirkungsweise sind
daher nicht
in Frage zu stellen; Delta-Solar wird wieder im Sortiment erscheinen (MB,
nach Telf. mit Dörken)
Beispiel WT2: Noch eine interessante Erkenntnis für
U-Wert-Fetischisten:
"Styropor® ist seit Jahrzehnten das Synonym für effiziente Wärmedämmung. Aber
auch ein Klassiker entwickelt sich weiter. Das Ergebnis ist Neopor, der silbergraue Bruder
des weißen Styropor- Schaumstoffes.
Wie ist das bessere Dämmvermögen von Neopor zu erklären?
Die Dämmwirkung von herkömmlichem Styropor beruht hauptsächlich auf der niedrigen
Wärmeleitfähigkeit der eingeschlossenen Luft. Ein gewisser Wärmeverlust
tritt jedoch weiterhin durch Wärmestrahlung auf. Um diesen Verlust zu
verhindern, musste bisher die Dichte des Schaumstoffes erhöht werden: Gewicht und
Rohstoffverbrauch nehmen zu.
das ist bei Neopor anders. Eingebaute Reflektoren verhindern
das Durchdringen von Wärmestrahlung, so dass auch sehr leichte
Dämmplatten praktisch strahlungsundurchlässig werden. ..."
Quelle: Herstellerinfo der BASF
im Heinze BauOffice® Journal Nr. 80 auf S. 157, 12/2002
Kommentar:
Was
sagen uns diese Praxisbeispiele? Das, was die Fusseln bzw. Luftkügelchen nicht vermögen,
nämlich die Wärmestrahlung zurückzuhalten, erledigt nun die Folie mittels Reflexion
bzw. ein eingebauter Reflektor. So weit her ist es demnach doch nicht mit der Leitung
der Wärme - theoria cum praxi.
Aber, wissen denn die Herren von der Industrie gar nicht, was sie mit der Verbreitung
dieser Erkenntnisse anrichten? Bislang war doch (nach allgemeiner dogmatischer
Lehrmeinung) der U-Wert das Maß aller Dinge. Und der hat ja nun mit Wärmestrahlung
nichts zu tun.
Am Ende geht man gar noch dazu über, die 3 Arten der Wärmeübertragung komplex zu
betrachten und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen?
Jedenfalls, den Wärmeverlust mittels Erhöhung der Dichte zu verringern, passt in gar
kein Betrachtungsschema (denn höhere Dichte mag geringere Strahlung bewirken,
gleichzeitig aber auch stärkere Leitung).
Es gibt also noch viel zu überlegen.
Die DIN 4108 wird schon noch umgeschrieben werden.
Denn der U-Wert allein beantwortet die Fragen nicht.
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Beispiel WT2
Noch eine interessante Erkenntnis für
U-Wert-Fetischisten:
Der "Solarputz" wurde erfunden
(02.2004)
Am 08.11..2003 wurde aus Baden-Baden berichtet, dass Wissenschaftler
schon länger daran tüftelten, um ähnlich wie Mensch und Tier es können,
die schützenden Außenhüllen von Gebäuden auch flexibel an die
jahreszeitlich wechselnden Außentemperaturen etc. anzupassen. Nunmehr
soll es gelungen sein, einen "SOLARPUTZ" für Gebäude entwickelt zu
haben, der Wärmeverluste reduziert und zusätzlich Kühl- oder Heizenergie
spart.
Diesem sagenumwobenen 2-cm-Putz wird nachgesagt:
- er hole im Sommer Kellerkühle ins Haus
- er schaffe im Winter wohlige Wärme
- er solle am Markt nicht teurer sein als übliche Renovieranstriche
Auch das Geheimnis wird gelüftet: es seien "Mikrokügelchen im Putz".
Dadurch würde ein Maximum der auftreffenden Strahlung (Sonne oder
diffuses Licht) als Wärmeenergie absorbiert und durch die
Grundputzschicht in die Wand abgeleitet.
Die Fa. Maxit habe für diese "Weltneuheit" ein Testhaus im Werk Azendorf,
wo die SOLARPUTZ-Schicht des Testhauses bei extremen Außentemperaturen
höchst eindrucksvoll ihre energiesparende Wirkung zeige.
der Putzhaut wird sogar nachgesagt, sie wirke "wie eine solar
betriebene Klimaanlage". Als Beleg wird angeführt, dass die Temperatur
im SOLARPUTZ-Raum bei über 34°C Außentemperatur im im Tagesverlauf um
0,8 bis 2 °C niedriger gelegen hätte als in der Normalputzzelle.
SOLARPUTZ nutze also die kostenlos zu gestrahlte solare Energie! Seit
Oktober 2003 sollen im Testhaus Messungen stattfinden, welche die
prognostizierte winterliche Energieeinsparung bis zu 40 % dokumentieren
sollen.
Nachzulesen:
Umwelt Journal, Rubrik Bauen / Wohnen / Garten
Sonnenseite.com von Franz alt
Hintergrundinformation:
Beim Europäischen Patentamt liegt unter EP 1 235 042 A1 eine
Europäische Patentanmeldung vor. Die Anmeldung unter der Nummer
01103442.8 ist vom 14.02.2001. Gegenstand ist ein "Fassadenputzsystem
zur besseren Nutzung der Umweltwärme in wärmespeicherfähigen
Außenbauteilen"
Aus der Beschreibung
"Die Erfindung betrifft die verbesserte Nutzung der Umweltwärme durch
makroporige Außenbauteilschichten an Gebäuden, welche an der Oberfläche
mit einer sonnenstrahlungsdurchlässigen Beschichtung (Haut) versehen
werden; ... ."
"Ziel der Erfindung ist, die Energieströme an Außenwänden günstig zu
beeinflussen und somit die effektiven Transmissionswärmeverluste von
beheizten Räumen zu mindern."
Es wird auf folgende Effekte abgezielt:
- Minimierung der Wärmeleitung durch trockene Bauteile
- Minimierung der Wärmestrahlung durch Oberflächenmaterial mit
geringem Emissionsgrad
- Minimierung der Luftkonvektion (Luftdichte, kleine Hohlräume)
Interessant wird es auf Seite 3:
"Die Klebeschicht (für das Glasvliesgittergewebe) sollte bevorzugt
aus sonnenstrahlungsdurchlässigem Material, z.B. "Akzent" von der Firma
Thermo Shield in Berlin, bestehen ..."
"Darauf ist das Faservlies mit einem sonnenstrahlungsdurchlässigem
Material, z.B. "Akzent" von der Firma Thermo Shield in Berlin, zu
versehen."
"Nach ausreichender Trocknung ist ein zweiter Anstrich aufzutragen,
der wiederum aus "Akzent" bestehen oder eine Pigmentierung enthalten
kann."
"Das als Beispiel aufgeführte Produkt der Firma Thermo Shield hat die
günstige Eigenschaft, hinreichend elastisch und alterungsbeständig zu
sein."
Zusatzinformation:
Eine Patentanmeldung ist noch kein eingetragenes Patent. An eine
Erfindung werden Kriterien gestellt, welche über die Kombination von
Vorhandenem hinaus gehen.
Geprüfte Eigenschaften von TS
Beschichtungsleistung
• Flammüberschlag, Rauchentwicklung: nein
• Belastung, Haltbarkeit, Widerstandsfähigkeit, Klimaresistenz: 1989
beste in Japan
• Chemische Beständigkeit: Säuren, Laugen, Öl
• Anforderungen für die Sanierung schwach gebundener Asbestprodukte:
erfüllt
• Diffusionswiderstand CO2: keine Korrosionsförderung bei Betonstahl
• Schwer entflammbar (B1)
• Strahlungsreflexion, -absorption, Emissionsgrad: B1, B2
• Hygieneattest: bestanden (Polen) Gültigkeit?
• Schutz vor Asbestfaseremission: wirksam
• Auftrag, Läuferbildung, Dichte, Trockenzeit, Anstrichbild …: bestanden
• Wasserdampfdurchlässigkeit im Trocken- und Feuchtbereich
• Diffusionsstromdichte, Dampfdruckdifferenz, Durchlasskoeff.,
Diff.widerstand
• Antistatischer Schutz elektronischer Anlagen: gegeben
• Weichmacher, Schwermetalle, FCKW, flüchtige Bestandteile: frei
• Schmutzhaftung: leicht zu reinigen
• Kerosin: unempfindlich
• Brandverhalten auf mineral. Untergrund und GK-Platten: B1
• Methyl- und Methylchlorisothiazolinon: nicht nachweisbar, somit nicht
allergen wirksam
• Schimmelpilzanfälligkeit: nach 10 Tagen Wachstum nach direktem Auftrag
• Widerstand gegen Algenbefall: ohne Biozid doppelt so lange Vergleich
• Quantifizierter Wassertransport: Abfangen von Feuchtspitzen
• Prüfung nach DIN EN 13300: bestanden
• Anwendung im Denkmalschutz: geeignet
Energetisch
• Sonnenhitzedurchgang: 84% weniger als Bitumen (unbeschichtet)
• Heizungswärmedurchgang bei Holz: 25% Rückhalt
• Sonnenhitzedurchgang: 64% weniger als Stahlblech (galvanisiert)
• Feldstudie 2 EFH: Einsparung von 12.802 kWh
• Veränderung des k-Wertes: Verbesserung um 0,5
• K-Wert-Vergleichsmessung nach Auftrag: um 0,6 (Energieeinsparung 22%)
• Modell der physikalischen Wirkung: Netzstruktur Membran
• Zusammenfassung gesicherter Erkenntnisse
• Transmissionswärmestrom eines porösen Baustoffes (NS, Wind): 30%
Reduzierung
• Transmissionswärmestrom eines porösen Baustoffes (NS, Str): 40%
Reduzierung
• Wärmestrommessung und Vergleich mit Berechnung: 2,35 vorher / 1,38
ber. / 1,15 gem.
• Feldstudie 2 MFH: Einsparung von 30,26% (Nachkomma!)
• Feldstudie 2 MFH: Einsparung von 28,62% (Nutzerzunahme)
• Solarreflexion, Oberflächentemp.,
Infrarotemission, Hitzedurchgang: 75% Minderung Wärmetransport, bestes
Coating
• Feldstudie 1 MFH: Einsparung von 25%
• Pressemitteilung Perleberger WBG: 20…30% Einsparung
• Prüfbericht zum Lüftungswärmeverlust: Minderung um 7%
• Dülmener Papier: Beschreibung einiger Mechanismen
• Hygrischer und thermischer Einfluss: Unterschied zu üblichen Farben
• Wirkweise an heißen Sommertagen: niedrigere Raumtemperatur
• Wirkweise in der Heizperiode: verbesserte solare Nutzung,
Wärmestr.gener.
• Energiesparende Wirkung: -32% Kühlkosten, -36% Wärmeverlust
• Feldstudie 2 Klassenzimmer: bessere Beheizbarkeit, +4°C
• Therm. Verhalten von AW: Reduzierung der Bauteilfeuchte um 16% in 7
Mo.
• -Messung dünner Schichten: 0,05 W/mK
• Therm. Verbesserung von AW: 24% Einsparung
• Prüfbericht zu Wärmeschutzeigenschaften:
gleichmäßige Verteilung der Wärme, Verzögerung des Wärmeaustauschs, EE
22%
• Prüfbericht zu Minderung von Wärmeverlusten: 40,47%
• Math. Modell der Wärmeschutzeigenschaften: Streulicht,
Bindemittel-Bubbles
hat wiss. Überprüfungen standgehalten
• Methode zur Berechnung wärmephys. Eigenschaften: beliebige Konstr.
berechenbar
Kommentar:
Sieh da, sieh da. Die Fronten bröckeln, die Etablierten kommen ins
Wanken. Was dem einen seine Bubbles, sind dem anderen seine
"Mikrokügelchen".
Alte Weisheiten werden uns als neue verkauft:
• entfeuchten ist wirksamer als dämmen
• solare Gewinne durch die Außenwand gibt es in wirksamem Maße
• der Wärmestrom ist veränderbar
• somit ist der U-Wert nicht stationär
• Speichervermögen und Strahlungsvorgänge sind wichtiger als
U-Wert-Theorien
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Das griechische ABC
Kommen Sie mit den Formeln klar? Ein bisschen sollen die hier aufgeführten Buchstaben
helfen, die 1x in deutsch und 1x in griechisch aufgeführt sind. Da hat man wenigstens
annähernd eine Ahnung, wie die Formelwerte auszusprechen sind.
| a |
b |
c |
d |
e |
f |
g |
h |
i |
j |
k |
l |
m |
n |
o |
p |
q |
r |
s |
t |
u |
v |
w |
x |
y |
z |
| a |
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j |
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Rezension
Bauherren-Ratgeber Fassade
Energie sparen und Wert erhalten
Herausgeber: STO AG, 79780 Stühlingen
In dem selbst verlegten Bauherren-Büchlein geht es um Fassadendämmsysteme (WDVS). Aus dem
Titel geht auch klar die Zielgruppe hervor: der Bauherr.
"Tatsächlich aber stellt die Fassadendämmung keine Alternative dar, sondern ein
Muss" wird auf S. 13 behauptet. Als Begründung wird angeführt, dass eine Heizung
nur nutzt, wenn gedämmte Wände die Wärme im Haus halten. Unter der gedämmten Wand hat
man sich eine mit einem WDVS versehene vorzustellen. Als durchschnittlich informierter
Bauherr weiß man aber, dass es auch Außenwände gibt, die ohne ein WDVS auskommen - und
dennoch die Wärme im Haus halten: Blähton, Massivholz, Ziegel, Poroton, Porenbeton,
Holzbeton ...
Auf S. 14 erfährt man: "Das wichtigste Element ist ein Fassadendämmsystem. Denn
durch ungedämmte Wände findet der mit Abstand größte Wärmeverlust statt." Das
ist schlichtweg falsch und unterschlägt die Tatsache, dass Wände ohne WDVS aufgrund
ihrer dämmenden und speichernden (!) Eigenschaften sehr gut Wärmeverluste gering halten
können.
Als Empfehlung für die Neubau-Planung erteilt man auf S. 14 den guten Rat: "Lage und
Ausrichtung des Hauses wählt man am besten so, dass die kostenlose Sonnenenergie genutzt
... wird." Daran gibt es nichts auszusetzen, jedoch steht diese Aussage im
Widerspruch zu der Ausführung auf S. 37: "Im Sommer steht Fassadendämmung zwischen
Sonne und Wand. Unerträgliche Hitze in den Zimmern bleibt damit außen vor."
Wahr daran: das WDVS steht tatsächlich zwischen Sonne und Wand. Dies ist aber nicht der
Grund für erträgliche Temperaturen im Inneren im Sommer (sommerlicher Wärmeschutz) -
dafür zeichnen die Eigenschaften der massiven Außenwand verantwortlich. Dafür gibt es
den Begriff Temperatur- Amplituden- Verhältnis (TAV), doch hinsichtlich dieser
Kenngröße schneiden Dämmungen sehr schlecht ab. Vielleicht mag das ein Grund
dafür sein, den Begriff des TAV im Buch gar nicht erst auftaucht.
Auf S. 16 beginnt man, "Die Vorteile von Fassadendämmung" zu erläutern.
"Alles spricht dafür: der Verstand, das Empfinden, das Gewissen. Der Geldbeutel
..." Leider wurde nicht erwähnt, wessen Geldbeutel gemeint ist. Anhand eines
Rechenbeispieles wird dem sparsamen Bauherrn vorexerziert, dass sich das Anbringen eines
WDVS bereits nach 7,5 Jahren amortisiert hat. Jedoch erscheint das Beispiel nicht ganz
nachvollziehbar. Das Musterhaus hat 130 qm Außenwand mit einem U = 1,76 W/(m2K) und einer
Wandstärke von 24 cm. Nun soll man nicht behaupten, so ein Haus würde man nirgendwo
anfinden - die Regel ist es eher nicht.
Mit 12 cm Dämmung erzielt man einen U-Wert von nur noch 0,28. Eindrucksvoller wäre
sicher der Vergleich anhand einer 11,5er Wand, aber das ist zu dünn für eine Außenwand.
Interessant die Kostenbetrachtung: nicht einmal 54 Euro kostet der m2 komplett bei 12 cm
Dämmung. Diesen Preis sollte man sich garantieren lassen.
Erstaunlich das Ergebnis bei der Einsparung an Heizkosten: von 24.200 kWh/a (100%) kommt
man auf 14.550 kWh/a herunter, das sind dann nur noch 60%. Auf S. 9 erfährt man, dass ca.
30% der Wärmeverluste am freistehenden EFH über die Wand erfolgen. Wenn man diese 30% um
84% reduziert - wie gelingt es dann, in der Summe unter 70% zu kommen?
Zum "Vorteil 3: Wertsteigerung und Substanzerhalt" erfährt man auf S. 23, dass
WDVS das Mauerwerk vor Feuchtigkeit von außen schützen. Das macht ein zig Jahre alter
Kalk- oder Kalkzementputz auf Ziegelwänden auch, sogar ohne Anstrich. Der wesentliche
Nachteil der WDVS besteht jedoch darin, dass sie Feuchtigkeit von innen entstehen lassen.
Insofern führen Frage+Antwort zum Thema "Atmungsfähigkeit der Wand" auf S. 58
völlig am Thema vorbei. Hier wird festgestellt, dass keine Wand atmen kann. Als Beleg
werden Untersuchungen angeführt, welche von weniger als 5% Luftaustausch über die Wand
sprechen. Und eine gemauerte Außenwand "atmet" doch! Man darf nur nicht den
Vergleich des Luftaustausches heranziehen. Das Atmen der Außenwand sind die
Sorptionsvorgänge - und genau die werden durch WDVS unterbunden. Aufgrund des
Temperaturabfalls in der Dämmstoffschicht kann dort Kondenswasser entstehen.
Kondenswasser ist flüssig, es wird im Dämmstoff kapillar nicht transportiert. Deshalb
verbleibt es darin. Die Aussage auf S. 50 "Diffusionsoffene Farben und Putze weisen
Wasser von außen ab, Wasserdampf von innen kann entweichen." ist daher nur die halbe
Wahrheit, sie trifft nur für die warme Jahreszeit zu. Insofern ist es nicht zutreffend
auf S. 58, wo es um Mittel gegen feuchtes Mauerwerk geht: "Das bewährte Mittel
dafür: Fassadendämmung. ... Sie verhindert Kondenswasserbildung im Inneren."
Auf S. 24 argumentiert man mit dem Vorteil Raumgewinn. Dazu wird ein "Vergleich von
Wandstärken bei identischem U-Wert" angestellt. verglichen werden eine 36,5 starke
ohne und eine 17,5 cm starke Kalksandsteinwand mit 4 cm Fassadendämmung. Dass eine
dickere Wand mehr Platz einnimmt, sei unbestritten. Nur: die U-Werte betragen 0,662 bzw.
1,147, somit sind sie nicht identisch. Und eine Basiskonstruktion mit 36,5 cm
Kalksandstein ungedämmt wird man wohl vergeblich suchen, eher schon 2-schalige Systeme
mit innen liegender Dämmung.
Auf S. 26 erfährt man zum "Vorteil 5: Wohlfühlfaktor", dass durch
Fassadendämmung die Wand annähernd Zimmertemperatur habe und dass sich die Luft
gleichmäßig bewege. Das stimmt nur zum Teil, die Luftbewegung wird im wesentlichen durch
das Heizungssystem bestimmt - bei Heizkörpern an der Außenwand entsteht Konvektion und
keine Fassadendämmung verhindert die zirkulierende Bewegung der Luft.
Zu diesen Unvollständigkeiten passt auch die selektive Behauptung auf S. 32:
"Physikalisch betrachtet entstehen Wärmeverluste an Gebäuden durch den Austausch
von Luft unterschiedlicher Temperaturbereiche." Das ist gar nur noch die gedrittelte
Wahrheit. Wärmetransport erfolgt auf 3 Wegen: Konvektion, Leitung, Strahlung.
Auf S. 29 versteigert man sich zu meteorologischen / umweltphysikalischen Irrlehren, hier
wird behauptet: "Das Kohlendioxid sammelt sich als dicke Schicht in der
Atmosphäre." Dieser Unsinn dürfte wohl gar noch die Modelle des IPCC überbieten.
Dagegen nehmen sich die Ausführungen auf S. 36 harmlos aus: "Die an der Außenseite
des Gebäudes angebrachte Dämmung blockiert die Kälte und unterbindet ihr Eindringen in
das Mauerwerk." Physikalisch gesehen ist das falsch: nicht Kälte dringt ein, sondern
Wärme geht nach außen verloren.
"Die Zimmerwärme durchdringt die Wand, geht aber nicht nach außen verloren. Nach
dem Abschalten der Heizung ergibt sich der Kachelofen-Effekt": Die Wand gibt
ihre Wärme an die Räume zurück. Die Wohnung kühlt also nicht sofort aus. Das Raumklima
bleibt ausgeglichen. Das warme Mauerwerk verhindert außerdem Frostschäden an den
Wasserleitungen."
Das erscheint erklärungsbedürftig: wieso geht keine Wärme nach außen verloren? Die
Dämmung kann den Wärmestrom bzw. -abfluss zwar verzögern, unterbinden kann sie ihn auf
keinen Fall. Ansonsten darf man dankbar sein, auf die Wirkung speichernder Baustoffe
hingewiesen worden zu sein.
Leider wird etwas übertrieben, denn eine Wärmeabgabe an den Raum kann es nur geben,
wenn der Wärmestrom von außen nach innen verläuft. Das ist jedoch in der kalten
Jahreszeit nicht zu erwarten. Selbst solare Erträge bewirken nur, dass der Nettoabfluss
an Wärme verringert wird - nämlich indem sich entgegen gesetzte Wirkungen aufheben. Die
entscheidende Kenngröße für die thermische Behaglichkeit ist die Temperaturdifferenz
zwischen Raumluft und Wandoberfläche.
Wasserleitungen sind übrigens grundsätzlich nicht in der Außenwand zu verlegen.
Gerade wenn mit WDVS gebaut wird, ist die Außenwand nur so dick, wie statisch unbedingt
nötig. Dann verbietet sich ein Schlitzen zum Verlegen der Leitungen von vornherein. Und
sollte einmal die Innenseite der Außenwand unter 0°C abgekühlt sein, müssen Sie sich
über Frostschutz keine Gedanken mehr machen, dann ist eh alles zu spät (einzig
sinnvolles Fallbeispiel: Ausfall der Heizung bei Abwesenheit). Zwar schließen die
Vorschriften eine Verlegung in der Außenwand nicht aus, jedoch wird das ohne Not nicht
praktiziert.
Wichtig erscheint noch eine Korrektur zum Glossar. Unter dem Stichwort
"Kondensation" erfährt der Bauherr auf S. 60 folgendes: "Übergang eines
Stoffes vom gasförmigen in den flüssigen Zustand beim Unterschreiten der
Kondensationstemperatur. Im Inneren von Räumen findet Kondensation statt, wenn die
wasserdampfbeladene Luft Flächen oder Gegenstände berührt, deren Temperatur unter dem
Taupunkt liegt. An Fenstern und Kacheln erkennt man die kleinen Wassertröpfchen sofort,
an den Wänden erst später in Form von Schimmel und Modergeruch."
Hierzu sei vermerkt, dass die Kondensation auch im Inneren des WDVS erfolgen kann, wenn
der Wasserdampf, der infolge von Sorptionsprozessen nach außen wandert,
kondensiert. Nur, man erkennt die kleinen Wassertröpfchen weder sofort noch etwas später. Erst wenn es
viel zu spät ist, wird das Dilemma offenbar. Dann darf man über das Recycling
nachdenken, das in etwa so praktikabel ist wie das Trennen der 5 Schichten eines
Tetrapacks, weswegen die Sache zum Sondermüll geht.
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Fazit: Der Hinweis sollte nicht fehlen, dass es darum
gehen soll, wer die meisten Fehler findet. Sozusagen ein Bauherren- Rätsel- Büchlein.
Etwas mehr an Objektivität wäre gut.
Bestellen können Sie das Büchlein kostenlos bei der STO AG, z.B. über die Homepage www.sto.de.
Zum Abschluss ist hervorzuheben: nicht alles,
was von STO kommt, ist schlecht und schon gar nicht so eigenwillig anmutend wie dieses
Büchlein (Bsp. Betonsanierung, Silikatfarben). Ich habe selbst gute Erfahrungen
hinsichtlich Fachberatung machen können. |
DIMaGB, 09.03.2002
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Wasser
75% des menschlichen Körpers bestehen aus Wasser, 2/3 der Erdoberfläche
ist mit Wasser bedeckt. Die Wasservorkommen der Erde belaufen sich auf ca.
1,38 Milliarden km3. Der weitaus größte Teil, 97,4 % davon ist das in den
Weltmeeren vorkommende Salzwasser. Nur 2,6 % davon (36 Millionen km3)
liegen als Süßwasser vor. Das meiste Süßwasser ist als Eis an den Polen
und in Gletschern gebunden; nur 0,3 % der weltweiten Wasservorräte (3,6
Millionen km3) sind als Trinkwasser verfügbar.
Wasser bedeutet aber auch Feuchte am Bau. Die Folgen sind hinlänglich
bekannt. Diese Übersicht in Steckbriefform soll uns diesen Stoff näher
bringen.
Aggregatzustände: fest (Eis, Schnee oder Hagel), flüssig (Wasser),
gasförmig (Dampf, Dunst, Nebel, Wolke); er hängt von der Temperatur und
vom Druck ab
Anomalie: trotz Erwärmung zieht sich Wasser bis 4°C zusammen und dehnt
sich erst oberhalb von 4°C wieder aus; unterhalb von 4°C wird die Dichte
kleiner, dadurch bildet sich bei Frost das Eis zuerst auf der Oberfläche
und bleibt dort, weil es eine geringere Dichte als die Flüssigkeit hat
Bindung: Dipolmoment in der Gasphase: 1,84 D, Bindungslänge in der
Gasphase: 95,7 pm, Bindungswinkel in der Gasphase: 104,5°
Dampfdruck: für das dynamischen Gleichgewicht zwischen Verdampfen und
Kondensieren ist im Gasraum eine bestimmte Dichte von Molekülen notwendig,
es stellt sich der zugehörige Dampfdruck p zur Temperatur ein
Dampfdruckkurve: die Trennlinie im Zustandsdiagramm zwischen gasförmig und
flüssig/fest
Dichte: 1 g/dm3 bzw. 1 kg/l bzw. 1 t/m3 bei +4 °C (277,16 K); verschiedene
Dichtewerte des Wassers bei Normaldruck in Meershöhe: 0°C: 0,9168; 1°C:
0,9999; 4°C: 1,0000; 10°C: 0,997; 15°C: 0,9991; 20°C: 0,9982; 25°C:
0,9971; 100°C: 0,9584
Eis: ist leichter als Wasser: unter 0°C überwiegt die Elektrostatik
(abnehmende Wärmebewegung bei niedrigen Temperaturen), und es bildet sich
eine feste Struktur aus (Eiskristall); durch Wasserstoffbrückenbindungen
im Eiskristall entsteht eine Struktur mit vielen Hohlräumen, deshalb ist
die Dichte von Eis um etwa 9% geringer als die von Wasser bei 4C
Elektrische Leitfähigkeit: reines Wasser ist nicht elektrisch leitend, nur
die im Wasser gelösten Stoffe (Ionen) wirken leitend
Erwärmung: übt man einen steigenden Druck aus, erwärmt sich Wasser auch
bei Druckerhöhung nur bis 35,6°C
Farbe: farblos bzw. klar
Feuchte: ist das Verhältnis zwischen tatsächlichem Partialdruck und
Sättigungsdruck, angegeben in %
Festpunkt: = Gefrierpunkt: bis zu einer bestimmten Temperatur liegt Wasser
in fester Form vor; weil die Atome sich so wenig bewegen, dass ein fester
Stoff vorliegt (Kristallgitter)
Formel, chemische: H2O
Gefrierpunkt: ± 0 °C (273,15 K): Wasser geht
unter Ausdehnung seines Volumens um 1/11 vom flüssigen in den gefrorenen
Zustand über
Geschmack: reines Wasser ist geschmacklos
Geruch: reines Wasser ist geruchlos
Hydrophilie: Teilchen mit elektrischen Ladungen oder Teilladungen ziehen
Wassermoleküle an und umgeben sie mit einer Wasserhydrathülle, dadurch
wird die Löslichkeit von Ionen und von Molekülen mit polaren Gruppen
(-OH-, -COO- und NH4 +) ermöglicht - Stoffe mit polaren Gruppen sind daher
hydrophil
Hydrophobie: Stoffe mit apolaren Gruppen (z.B. -CH3) sind hydrophob, das
ist das Gegenteil zu Hydrophilie.
Kapillarität: Eigenschaft des Wassers, sich in engen Spalten und Röhrchen
unterschiedlich auszubreiten; sie hängt eng mit Adhäsion, Kohäsion und
Oberflächenspannung zusammen. Wasser als eine benetzende Flüssigkeit wird
in einer Kapillare nach oben gezogen, wenn die Adhäsion größer als die
Kohäsion ist.
Kondensation: tritt ein, wenn der Partialdruck über den Sättigungsdruck
steigt (auch Nebelbildung genannt)
Lösemittel: Wasser ist ein hervorragendes Lösemittel gerade für polare
Stoffe wie Salze, weil es zwischen Ionen und Wassermolekülen starke
elektrostatische Wechselwirkungen gibt; die Hydrathüllen von Ionen spielen
für den Transport durch die Membran eine wichtige Rolle
Molekül: Wasser ist eine Molekülverbindung (Dipol), und keine
Ionenverbindung; das O-Atom hat zwei einfach besetzte Kugelwolken, die mit
den Kugelwolken von zwei H-Atomen überlappen können; die Atome Wasserstoff
und Sauerstoff können gegeneinander schwingen und das gesamte Molekül kann
rotieren; Die Wasserstoffatome sind in einem Winkel von 104° um das
Sauerstoffatom angeordnet. Die Sauerstoffatome besitzen eine stärkere
negative Ladungsverteilung innerhalb des Moleküls, dabei bildet das
Sauerstoffatom den negativen Pol und die Wasserstoffatome die positiven
Pole.
Molekularbewegung: Brownsche M.: es gibt statistisch in jedem Körper bei
jeder Temperatur immer mindestens einige Moleküle, die genügend kinetische
Energie besitzen, um die potentielle Energie (Bindungsenergie) im Körper
zu überwinden
Oberflächenspannung: die zwischen den Wassermolekülen wirkenden
Anziehungskräfte (Wasserstoffbrückenbindungen) wirken gleichmäßig nach
allen Seiten und heben sich daher in ihrer Wirkung gegenseitig auf; an der
Oberfläche wirken ins Innere gerichtete Kräfte, weil die
Oberflächenmoleküle nur an der Unterseite weitere Moleküle angelagert
haben; die Summe dieser Kräfte ist die O.
Partialdruck: gibt es immer in der Luft, er kann nicht höher sein als der
nach der herrschenden Temperatur zu erwartende Dampfdruck (Sättigung)
Schmelzpunkt: ± 0 °C
Schmelzpunktkurve: die Trennlinie im Zustandsdiagramm zwischen fest und
flüssig
Schmelzwärme: die S. erscheint nicht als Erhöhung der Temperatur (latente
Wärme), da beim Schmelzen die potentielle Energie der Moleküle
untereinander erhöht wird
Schmelzwärme, spezifische: LE 334
J/g bei 0°C
Sieden: beobachtet man, wenn der äußere Druck auf die Substanz (meist der
äußere Luftdruck) gleich dem Dampfdruck bei dieser Temperatur ist
Siedepunkt: + 100 °C (373,15 K), sie ist abhängig vom Luftdruck
Tripelpunkt: 273,16 K (+ 0,01 °C), hier sind Druck und Temperatur absolut
festgelegt; es ist der Punkt, bei dem alle drei Phasen (Aggregatzustände)
simultan beobachtet werden können
Tropfen: diese Form ergibt sich durch Gravitationswirkung aus der
Kugelform (eine Wasserportion will eine möglichst kleine Oberfläche
ausbilden, damit möglichst wenige Wassermoleküle an der Oberfläche liegen
müssen)
Verdampfen: Moleküle verlassen den Körper, sie dampfen ab
Verdampfungspunkt: ab einer bestimmten Temperatur bewegen sich die
Teilchen so stark, dass sie in den gasförmigen Zustand übergehen
(Siedepunkt)
Verdampfungswärme, spez.: LS 2.255
J/g bei 100°C
Wärmekapazität, molare: cm (H2O) Z
(2+16)∙10-3∙c (H2O) = 75 J/(K•mol)
Wärmekapazität, spezifische: c (H2O) = 4,18 kJ/(K·kg), Wasser speichert
also verhältnismäßig viel Wärmeenergie (bei Raumtemperatur etwa das
doppelte von z. B. Öl) bzw. es benötigt, um erhitzt zu werden,
vergleichsweise viel thermische Energie
Wasserstoffatom: ein Wasserstoffatom wiegt m(H) = 0,000 000 000 000 000
000 000 001 674 g
Wasserstoffbrückenbindung: die positiv geladenen Wasserstoffatome stehen
mit dem Elektronenpaar des Sauerstoffatoms eines weiteren
Wasserstoffmoleküls in Wechselbeziehung (relativ starke Bindung); dadurch
besitzt Wasser einen höheren Siede- und Schmelzpunkt als andere Stoffe in
der Zelle, eine große Oberflächenspannung und eine höhere spezifische
Wärmekapazität
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